"USS Gerald R. Ford": Iran spottet über Klo-Krise auf US-Flugzeugträger
Ein US-Flugzeugträger mit 5.000 Soldaten an Bord kämpft mit technischen Problemen – und der Iran spottet. Doch vieles davon ist offenbar erfunden. Der US-Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" ist seit dem vergangenen Sommer im Einsatz – und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Erst kürzlich wurde das riesige Schiff in die Nähe des Iran verlegt. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, wurde die ursprünglich auf etwa sechs Monate angelegte Mission inzwischen auf bis zu elf Monate verlängert. Für viele der rund 4.600 bis 5.000 Soldaten an Bord bedeutet das eine deutlich längere Trennung von ihren Familien als geplant. Newsblog zur Iran-Krise : Alle Entwicklungen im Überblick US-Truppenaufmarsch : Wenn diese Flugzeuge starten, wird es ernst Mehrere Besatzungsmitglieder und Angehörige schilderten der Zeitung die Belastung durch den verlängerten Einsatz. Demnach verpassten Soldaten familiäre Ereignisse wie Beerdigungen, Scheidungen oder wichtige Termine ihrer Kinder. Einige hätten dem Bericht zufolge angekündigt, nach der Rückkehr über ein Ausscheiden aus der Navy nachzudenken. Der Flugzeugträger sollte zunächst das Mittelmeer ansteuern, wurde dann aber in die Karibik geschickt im Zusammenhang mit der Entführung von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro Anfang Januar. Inzwischen liegt die "USS Gerald R. Ford" im östlichen Mittelmeer und soll im Fall eines US-Angriffs auf den Iran Israel vor möglichen Vergeltungsschlägen schützen. Iranische Medien spotten über "Abwasser-Krise" Zusätzlich zur langen Einsatzdauer berichten US-Medien über technische Probleme an Bord des größten Flugzeugsträgers der USa. Im Mittelpunkt steht das Abwassersystem des Schiffes, das mit Unterdrucktechnik arbeitet und mehr als 600 Toiletten versorgt. Laut "Wall Street Journal" kam es während der Mission im Schnitt zu täglichen Wartungsfällen. Bereits im Januar hatte der US-Sender NPR über Beschwerden von Angehörigen berichtet. Ein Sprecher der US-Navy erklärte dem "Wall Street Journal", die Probleme hätten die Einsatzfähigkeit des Schiffes nicht beeinträchtigt. Die Situation verbessere sich. Berichte über lange Wartezeiten vor Toiletten bestätigte die Marine in dieser Form nicht. Die technischen Schwierigkeiten werden inzwischen auch außerhalb der USA aufgegriffen. So verbreiteten iranische Staatsmedien in sozialen Netzwerken Berichte über eine angebliche "Abwasser-Krise" an Bord. Dabei wurde ein Foto veröffentlicht, das stark verschmutzte Sanitärräume zeigen soll. Allerdings handelt es sich nach übereinstimmenden Medienberichten nicht um Aufnahmen von der "USS Gerald R. Ford". Auch die in sozialen Netzwerken verbreitete Behauptung, es gebe 45-minütige Warteschlangen vor den Toiletten, findet sich in den ursprünglichen US-Berichten nicht.