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Февраль
2026

Gedenken an Ex-Biathletin: Kerzen, Schnee, Stille – Park erinnert an Laura Dahlmeier

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Ein Park als stille Erinnerung, Kerzen im Schnee: Garmisch-Partenkirchen ehrt Laura Dahlmeier mit einer besonderen Geste. Wie die Familie damit umgeht – und warum kein Stadion ihren Namen trägt.

Hunderte Kerzen in einer symbolischen Loipe: Eine leuchtende Spur im Schnee. Mehr als ein halbes Jahr nach Laura Dahlmeiers tödlichem Bergunfall hat ihr Heimatort Garmisch-Partenkirchen in einer feierlichen Veranstaltung an die Ex-Biathletin erinnert - und den Kurpark Partenkirchen nach ihr benannt. Helfer des Ortes haben eigens den Schnee in den Park gekarrt - rundum ist bei frühlingshaften Temperaturen alles grün. 

"Laura hat Spuren hinterlassen – auch im Schnee, ja. Aber vor allem in den Herzen so vieler Menschen", sagte Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) bei der Verleihung des neuen Namens. Der Park sei stets eine Ruheoase für Einheimische und Besucher gewesen. "Aber mit Lauras Namen bekommt er eine Tiefe und eine Richtung." Es solle kein Ort des Verlustes sein, sondern ein Ort der Begegnung und der stillen Dankbarkeit. "Laura war außergewöhnlich", sagte Koch. "Sie hatte diese seltene Verbindung aus Ehrgeiz und Gelassenheit. Aus Disziplin und Leichtigkeit. Aus Erfolg und Bodenhaftung."

 

Hunderte sind gekommen

Die Sitzplätze auf den extra aufgestellten Bänken reichen nicht - an die 400 Menschen verfolgen nach Schätzungen die Veranstaltung, die ausdrücklich keine Trauerfeier sein sollte - sondern "ein Fest für Laura Dahlmeier", wie Moderator Taufig Khalil sagt. 

Die Bergwachtler sind da, zu denen sie ehrenamtlich gehörte, die Freunde vom Skiclub Partenkirchen, die Eltern, der Bruder, die Großeltern, Politiker aus der Region - und zahlreiche Einheimische: So viele in Garmisch-Partenkirchen kannten Laura Dahlmeier. 

Große Lücke hinterlassen 

Michael Maurer, Präsident des Skiclubs, der Dahlmeiers sportliche Heimat war und seinen Sitz direkt an dem Park hat, sagte, Laura fehle überall, wo sie ihren Fußabdruck hinterlassen habe mit ihrer natürlichen, offenen und bodenständigen Art. "Sie hinterlässt eine große Lücke." 

Maurer erinnerte auch an die sportlichen Erfolge zweifache Biathlon-Olympiasiegerin und siebenmalige Weltmeisterin, darunter die Biathlon-Weltmeisterschaften 2017 im österreichischen Hochfilzen - wo sie nach dem Rat ihrer Betreuer aus gesundheitlichen Gründen zum Schluss nicht mehr starten sollte. Sie trat trotzdem an - und holte ihr fünftes Gold dieser WM. 

Gerade diese Erfahrung hat sie stark geprägt. Khalil zitiert sie dazu aus seinem Buch "Bock auf Biathlon", in dem sie selbst berichtet, wie sie sich im Vertrauen auf ihren Körper und ihre Selbsteinschätzung durchsetzte - und wie sehr sie das gestärkt habe. 

Bergsteigen war ihre Leidenschaft

2019 beendete sie ihre Biathlon-Laufbahn und wandte sich noch mehr dem Bergsteigen zu. Ende Juli vergangenen Jahres kam sie im pakistanischen Karakorum-Gebirge ums Leben. Die 31-Jährige war mit ihrer Seilpartnerin am Laila Peak unterwegs, als sie auf einer Höhe von 5.700 Metern von Steinschlag getroffen wurde. Wahrscheinlich war Dahlmeier, die ausgebildete Bergführerin war, sofort tot. 

Ihr Leichnam blieb am Berg. Bergungsversuche, an denen unter anderem der Extremkletterer Thomas Huber beteiligt war, scheiterten. "Es ist schön, dass es einen Ort gibt, wo man sich in Gedanken mit Laura begegnen kann", sagte Huber, der mit Laura befreundet war, zu der Park-Umbenennung. 

Räucherstäbchen und ein Felsen 

Schon kurz nach dem Unglück richtete die Marktgemeinde zusammen mit der Familie in dem Park einen Erinnerungsort ein: Ein Foto und eine an einem Felsen angebrachte Tafel. Jetzt brennen dort Kerzen. Und viele Räucherstäbchen. Die mochte Laura Dahlmeier so gern. 

Den Felsen hat ihre Mutter Susi Dahlmeier ausgesucht, er ist aus dem Ferchenbach unweit der berühmten Partnachklamm. Die Mutter hat auch die Tafel gestaltet.

"Ich empfinde es als große Ehre, dass die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen den Park jetzt praktisch der Laura widmet. Das ist eine unheimlich schöne Geste", sagt sie. "Es gibt ja keinen Friedhof, wo man hingehen kann. Sie hat einfach so viele Menschen bewegt und begeistert. Wir haben gemerkt, dass es ganz wichtig ist für die Menschen, dass es einen Ort gibt, wo sie Abschied nehmen können, wo sie vielleicht noch mal sich erinnern an die besonderen Erlebnisse, die sie mit ihr hatten." 

Vater Andreas Dahlmeier sieht den Park auch als Begegnungsstätte. "So wird die Laura in Zukunft in Erinnerung bleiben."

Die Eltern haben Frieden damit geschlossen, dass die Tochter in den Bergen fernab der Heimat geblieben ist - und ihr Leichnam nicht heimgeholt werden konnte. "Ich glaube, das ist der schönste Friedhof, den es für die Laura gibt. Verschmolzen mit dem Herzen der Berge. Das war sie und das ist sie", sagt die Mutter. "Wenn sie geborgen oder gefunden worden wäre, dann hätte ich das auch akzeptiert. Aber für mich ist es auch ganz fein, dass sie da dort ihre Ruhestätte einfach hat."

"Leise Erinnerung im Alltag"

Eine offizielle öffentliche Gedenkveranstaltung hatte es bisher auf Wunsch der Familie nicht gegeben, nur eine Trauerfeier im geschlossenen Kreis. 

Zugleich machte man sich in Garmisch-Partenkirchen Gedanken, an welchem Ort ein würdiges Erinnern geschaffen werden könnte. "Ein Stadion wäre naheliegend gewesen. Eine Sportstätte vielleicht logisch", sagte die Bürgermeisterin Elisabeth Koch. Dahlmeier sei aber nie nur Sportlerin gewesen. Sie sei am liebsten draußen und in Bewegung gewesen - und vor allen Dingen auch am Berg. "Sie hat die Weite gesucht und die Ruhe – sicher nicht die Bühne." So sei der Park kein Ort des Wettbewerbs, sondern eine "leise Erinnerung im Alltag".




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