Der Amtssitz des iranischen Staatsoberhaupts ist zerstört worden. Nach israelischen Angaben verdichten sich die Hinweise, dass Chamenei getötet wurde. Bei den israelischen und US-Luftangriffen auf den Iran ist einem israelischen Insider zufolge das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet worden. Seine Leiche sei gefunden worden, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu von "zunehmenden Anzeichen" für den Tod Chameneis gesprochen. Krieg in Nahost: Alle Entwicklungen im Überblick Explosionen in mehreren Ländern: Die ersten Flammen des Flächenbrandes "Wir haben Chameneis Anwesen zerstört", sagte Netanjahu in einer Stellungnahme am Abend. "Es gibt viele Zeichen, dass der Diktator nicht mehr lebt", so Netanjahu. Chameneis Amtssitz in Teheran soll bei einem Luftangriff am Samstagmorgen vollständig zerstört worden sein. Ein vom iranischen Nachrichtenkanal Sabrin-News veröffentlichtes Satellitenfoto zeigte das in Trümmern liegende Areal des als "Beyt" bekannten Hochsicherheitsbereichs in der Hauptstadt Teheran. Auch Bewohner in Teheran berichteten davon. Der israelische Sender N12 News berichtete unter Berufung auf israelische Quellen, dass Chamenei bei dem Angriff auf seinen Amtssitz getötet worden sei. Unabhängig ließen sich die Angaben nicht überprüfen. Unklar ist zudem, ob sich Chamenei zum Zeitpunkt der Attacke in dem Komplex überhaupt aufhielt. Einer Mitteilung des Fernsehsenders Al-Alam vom Nachmittag zufolge wollte sich Chamenei "in wenigen Minuten in einer Rede äußern". Doch bis Samstagabend gab es kein Lebenszeichen Chameneis. Chamenei hatte sich in den vergangenen Wochen angesichts der militärischen Spannungen selten in der Öffentlichkeit gezeigt. Der iranische Staat dürfte seine Sicherheit zur obersten Priorität gemacht haben. Der 86-jährige Chamenei steht seit 1989 an der politischen und religiösen Spitze des Landes und ist zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Tod Chameneis hätte erhebliche Folgen Außenminister Abbas Araghtschi hatte am Samstagnachmittag gesagt, dass Chamenei "seines Wissens" am Leben sei. Mit Blick auf die US-Angriffe räumte Araghtschi den Verlust von "einem oder zwei Kommandeuren" ein. Fast alle Regierungsvertreter seien jedoch in Sicherheit. Sollte Chamenei tatsächlich getötet worden sein, könnte das erhebliche Folgen für das politische System im Iran haben. "Damit wäre erstmal die zentrale Figur, auf die alles zusammenläuft, ausgeschaltet", sagte Professor Simon Wolfgang Fuchs, der an der Hebräischen Universität in Jerusalem Islamwissenschaft lehrt, der Deutschen Presse-Agentur. "Auf der anderen Seite ist Iran natürlich kein Regime, das nur auf eine Familie baut oder auf einen ganz engen Kreis an Leuten, an denen alles hängt", schränkte er ein. Chamenei habe zudem angeordnet, für alle führenden Positionen im Staat mindestens vier Stellvertreter zu ernennen, damit Befehlsketten nicht unterbrochen würden. Das gelte auch für das Staatsoberhaupt selbst, so Fuchs. Zudem sei die Nachfolge des obersten Führers mit der Wahl durch einen Expertenrat klar geregelt.