Zehntausende Urlauber sitzen in der Golfregion fest oder kommen nicht an ihr Ziel. Außenminister Wadephul (CDU) sieht keine Möglichkeit, zu helfen. Rund 30.000 Reisende deutscher Veranstalter sind nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) von den Luftraumsperrungen im Nahen Osten betroffen gewesen. Sie hielten sich entweder in der Region auf oder hatten Flüge über dortige Drehkreuze gebucht, teilte der Verband in Berlin mit. Hintergrund ist die militärische Eskalation zwischen Israel , den USA und dem Iran . Mehrere Staaten schlossen aus Sicherheitsgründen ihre Lufträume. Die Sicherheitslage sei "äußerst volatil", erklärte der DRV. Wie lange die Einschränkungen andauern, sei unklar. Gäste, die nicht wie geplant abreisen können oder auf Weiterflüge warten, würden von ihren Veranstaltern betreut und bei Bedarf "sicher untergebracht". Newsblog : Alle aktuellen Nachrichten zum Krieg in Nahost Deutsche berichtet aus Dubai : "Vor ein paar Minuten gab es einen lauten Knall" Alarm auf der "Mein Schiff 4" : Drohne schlägt neben deutschem Kreuzfahrtschiff ein Luftverkehr nach Eskalation: Chaos an Flughäfen nach Angriffen in Nahost Das Auswärtige Amt hatte bereits am 28. Februar eine Reisewarnung für zahlreiche Länder der Region ausgesprochen, darunter Israel und die Palästinensischen Gebiete, Libanon , Jordanien , Syrien , Irak, Iran sowie mehrere Golfstaaten. Reiseveranstalter sagten daraufhin Fahrten in die betroffenen Länder für die kommenden Tage ab. Kunden, die ihre Reise noch nicht angetreten haben, können kostenfrei umbuchen oder stornieren. Gestrandete an Flughäfen und auf Kreuzfahrtschiffen Besonders angespannt war die Lage an den großen Drehkreuzen in der Golfregion. An den beiden Flughäfen in Dubai wurde der Flugverkehr zeitweise ausgesetzt. Nach Daten der Plattform Flightradar24 wurden an sieben großen Flughäfen der Region mehr als 3.400 Flüge gestrichen, darunter in Abu Dhabi und Doha. Eine deutsche Urlauberin, die auf dem Rückflug von Malaysia mit Emirates in Dubai gestrandet war, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die einzige Information sei gewesen, dass es auch in den nächsten 24 Stunden nicht weitergehe. Sie und ihr Mann seien in einem Hotel untergekommen. Von dort aus sehe sie Rauchsäulen über der Stadt. Am Dubai International Airport habe "das blanke Chaos" geherrscht, zitierte die "Bild" einen deutschen Reisenden. Tausende Menschen hätten versucht, das Terminal zu verlassen. Es habe kaum Informationen und kein Personal gegeben. Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate kündigten am Abend an, die Kosten für Unterkunft und Verpflegung gestrandeter Passagiere zu übernehmen. Flughäfen und nationale Fluggesellschaften hätten bereits rund 20.200 Reisende betreut, deren Flüge verschoben worden seien. Auch Saudi-Arabien stellte gestrandeten Bürgern aus Golfstaaten Unterkünfte zur Verfügung. Betroffen sind zudem Kreuzfahrten. Die "MSC Euribia" mit mehr als 6.000 Passagieren lag Berichten zufolge in Dubai fest, eine geplante Orient-Kreuzfahrt wurde abgesagt. Auch die TUI-Cruises-Schiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" blieben in der Region. Eine planmäßige Durchführung der Reisen sei derzeit nicht verantwortbar, teilte das Unternehmen mit. Bundesregierung sieht keine Ausflugmöglichkeiten Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht derzeit keine Möglichkeit, gestrandete Deutsche auszufliegen. "Dazu sind wir nicht in der Lage", sagte er der "Bild"-Zeitung und verwies auf die für zivile Flugzeuge gesperrten Lufträume. Das Auswärtige Amt versuche stattdessen, die Betroffenen mit Informationen zu versorgen. Alle deutschen Auslandsvertretungen seien geöffnet. Nach Angaben des Ministeriums hat sich in der Krisenvorsorgeliste ELEFAND bislang eine niedrige fünfstellige Zahl Deutscher in der Golfregion registriert. Dabei handelt es sich um Urlauber ebenso wie um dauerhaft dort lebende Staatsbürger. Reisende vor Ort werden von Veranstaltern und Behörden aufgefordert, den Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte zu folgen, in ihren gebuchten Unterkünften zu bleiben und nicht eigenständig zu Flughäfen oder in Nachbarländer zu reisen. Sobald die Lufträume wieder geöffnet sind, wollen die Anbieter über Rückreisemöglichkeiten informieren.