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Filmfestspiele: Nach Krisensitzung: Tricia Tuttle bleibt Berlinale-Chefin

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Die US-Amerikanerin wird das international renommierte Festival weiter leiten. Dafür bekommt sie "Empfehlungen" wie einen Verhaltenskodex mit auf den Weg. Was bedeutet das?

Rund zwei Stunden Krisensitzung im Kanzleramt, dann ist klar: Tricia Tuttle bleibt an der Spitze der Berlinale. Eine Existenzkrise des renommierten Festivals ist damit wohl vorerst abgewendet. Allerdings gibt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) der Intendantin "Empfehlungen für eine Stärkung des Festivals" mit auf den Weg. Dazu gehört ein "beratendes Forum", also eine Art Beirat, und ein "Verhaltenskodex". 

Was das genau bedeutet und wie die Berlinale diese Empfehlungen umsetzt, ist offen. Im Kern geht es um das heikle Thema Freiheit der Kunst. Oder anders gesagt: Wie weit darf der Staat Einfluss nehmen auf diese mit Steuergeld geförderte Kulturinstitution? 

"Mögliche Umsetzung"

Tuttle teilt nach der Sitzung mit, man werde die Empfehlungen sorgfältig prüfen, und spricht auch von einem "konstruktiven Dialog". Das Filmfestival betont, dass es sich hier um keine Vorgaben oder Bedingungen im Zusammenhang mit Tuttles weiterer Leitung handle. "Die Verantwortung für deren Prüfung und mögliche Umsetzung liegt nun vollständig bei der Berlinale."

Es sieht die Unabhängigkeit seiner Arbeit als internationales Filmfestival bestätigt – ein Punkt, der Tuttle am Herzen liegt. Schon vor der Aufsichtsratssitzung hatte die US-Amerikanerin gesagt, dass die "Unabhängigkeit in der Programmgestaltung und der institutionellen Leitung" wichtig sei. 

Turbulenzen sollen aufhören

Mit der Entscheidung, dass die 55-Jährige an der Spitze bleibt, soll wieder Ruhe in das Hin und Her um die Zukunft des Festivals gebracht werden. Man sei "guter Hoffnung, dass die Turbulenzen der letzten Woche und auch die Verwundung, die aus der Berlinale heraus hier und da entstanden ist, dass die aufhören und geheilt werden können", sagt Weimer

Denn in den vergangenen Tagen hatte es heftige Debatten um die Ausrichtung der Berlinale und die Zukunft von Intendantin Tuttle gegeben. Hintergrund sind Kontroversen über den Umgang mit dem Nahostkonflikt. Mehrfach war während der diesjährigen Berlinale-Ausgabe darüber diskutiert worden, inwiefern sich das Festival und Filmschaffende zum Gaza-Krieg positionieren müssen. 

Kontroverse um die Abschlussgala

Bei der Abschlussgala hatte der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib der Bundesregierung vorgeworfen, Partner "des Völkermords im Gazastreifen" zu sein. Israel bestreitet den Völkermord-Vorwurf ebenso wie die Bundesregierung. Weimer und andere verurteilten die Äußerungen des Regisseurs, Umweltminister Carsten Schneider (SPD) verließ aus Protest den Saal. 

Spekuliert wurde danach tagelang, ob sich Tuttle von der Leitung zurückzieht oder gar abgelöst wird. In der Kulturszene formierte sich breiter Protest. In einem dpa-Interview kündigte sie schließlich an, im Amt bleiben zu wollen. Nun bekommt sie die Rückendeckung des zuständigen Aufsichtsrats der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB). 

Empfehlungen wenig konkret

Die Empfehlungen für die künftige Ausrichtung des Festivals lesen sich wenig konkret. So solle sich die Berlinale "personell und finanziell zukunftsfest machen", besonders mit Blick auf die Einbeziehung der Filmwirtschaft, der Medienhäuser sowie potenzieller Investoren. 

Auch heißt es, der Aufsichtsrat habe sein "entschiedenes Engagement im Kampf gegen Antisemitismus" bekräftigt und sich der klaren Haltung der KBB angeschlossen, "jüdische Perspektiven zu schützen, zu fördern und hörbar zu machen". Der "Verhaltenskodex" solle für alle Institutionen unter Verantwortung der Kulturveranstaltungen des Bundes ausgearbeitet werden.

Weimer: Bei Berlinale sind Dinge entgleist

Doch wie verbindlich sind diese Empfehlungen? Als Weimer im Kulturausschuss nach der Krisensitzung dazu befragt wird, antwortet er vage. Er sagt lediglich, bei der diesjährigen Berlinale seien Dinge entgleist. "Wenn Entgleisungen mehrfach passieren, bis hin zu den Ereignissen des letzten Tages, dann sind wir als verantwortliche Aufsichtsräte schon gehalten zu fragen: Moment mal, können wir vielleicht Verfahren finden, Strukturen finden, Hilfestellung bieten, dass das in Zukunft unterbleibt? Und ich glaube, da haben wir jetzt einen Weg dazu gefunden." 

CDU-Politikerin Ottilie Klein stellt klar, dass sich die Union einen "Neustart" der Berlinale wünscht und keine Rückkehr zum Status quo. Es sei wichtig, dass Israel-Hass keine Bühne bekomme, schon gar nicht steuerfinanziert, sagt Klein im Kulturausschuss. Der Linken-Abgeordnete David Schliesing hält dagegen: "Palästina-Solidarität ist noch kein Verbrechen." Die große Solidarität für Tuttle aus der Filmbranche und der kritischen Öffentlichkeit habe den "Versuch der politischen Einflussnahme durch die Union zurückgewiesen".




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