Seit Donnerstag überschlagen sich die Ereignisse im Fall "Fernandes gegen Ulmen". Die Moderatorin hat ihren Ex-Mann angezeigt. Jetzt hat sich die spanische Justiz dazu geäußert. Zunächst war es eine Medienrecherche des "Spiegel": Darin hieß es, Collien Fernandes habe Christian Ulmen auf Mallorca wegen "virtueller Vergewaltigung" angezeigt. Dort zog das einstige Paar im Januar 2023 gemeinsam hin. Später untermauerte die Moderatorin diesen Bericht mit einer offiziellen Erklärung auf ihrem Instagram-Account. Sie erhob schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann, beschuldigte ihn der "sexualisierten Gewalt", wie es in ihrer Stellungnahme hieß. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung, er hat sich bisher nicht zu den Anschuldigungen geäußert. Auf Anfrage erhielt t-online zwei verschiedene Anwaltsschreiben. Darin hieß es, man werde gegen die Berichterstattung vorgehen. Diese sei "aus mehreren Gründen rechtswidrig". Welche Gründe das genau sind, bleibt unklar. "Das Verfahren ist noch im Gange" Indes bestätigt der Oberste Gerichtshof der Balearen die Ermittlungen gegen Christian Ulmen. Auf t-online-Anfrage teilt eine Sprecherin des Gerichts mit, dass das Ermittlungsverfahren gegen den Schauspieler am 2. Dezember 2025 eingeleitet wurde. Die "Abteilung für Gewalt gegen Frauen" am Bezirksgericht Palma leite die Ermittlungen. "Das Verfahren ist noch im Gange", so Gerichtssprecherin Agnès Antich Andreu zu t-online, und weiter: "Das heißt, die Ermittlungen befinden sich in einer sehr frühen Phase und sind vertraulich." Fernandes gegen Ulmen: Kollegen reagieren auf schwere Vorwürfe Schwere Vorwürfe: ProSieben löscht "Jerks" mit Christian Ulmen "Virtuelle Vergewaltigung": Erster Werbepartner zieht Konsequenzen Zudem sei es zutreffend, dass Collien Fernandes mehrere Tatvorwürfe gegen ihren Ex erhoben hat: "Die Klägerin hat Anzeige wegen mutmaßlicher widerrechtlicher Aneignung des Personenstands, Geheimnisverrats, öffentlicher Beleidigung, wiederholter Misshandlung und schwerer Drohungen erstattet", teilt das Gericht mit. Die Behörden untersuchen diesen Fall aktuell und "wenn die Staatsanwaltschaft ihre Einstufung und Anklage vorlegt, wird festgestellt, wegen welcher Straftaten gegen den Beschuldigten ermittelt wird", heißt es zum Stand des Ermittlungsverfahrens. Harte Gesetzeslage in Spanien Spanien ist bekannt für harte Gesetze gegen geschlechtsspezifische Gewalt. In Deutschland hinkt die Gesetzeslage in der Hinsicht hinterher. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig kündigte daher in einem Interview mit dem "Spiegel" an, im Frühjahr einen Gesetzesentwurf vorzulegen: "Aus meiner Sicht sollte das Erstellen und Verbreiten von sexualisierten Deepfakes unter Strafe stehen. Dabei geht es mir nicht nur um pornografische KI-Bilder, sondern generell um Fakes, die in Persönlichkeitsrechte eingreifen." Collien Fernandes habe sich deshalb bewusst für eine Anzeige in Spanien entschieden, hieß es im Bericht des "Spiegel". Im Jahr 2024 hatte sie bereits Anzeige gegen unbekannt gestellt – damals noch in Deutschland. Doch als sie zu der Annahme kam, Christian Ulmen könnte mitverantwortlich sein, dass Männer im Internet mithilfe von Deepfake-Pornos und anderem kompromittierendem Material Sexfantasien in ihrem Namen auslebten, entschied sie sich, auf Mallorca zur Polizei zu gehen. Collien Fernandes und Christian Ulmen hatten 2011 geheiratet, aus ihrer Ehe stammt eine Tochter. Sie ist heute 13 Jahre alt. Seit 2025 sind die Schauspieler geschieden.