Bisher gibt es noch keine Bilder von Modschtaba Chamenei seitdem er die Macht im Iran übernommen hat. Offenbar ist er schwer verletzt. Der Oberste Führer des Irans, Ajatollah Modschtaba Chamenei, erholt sich Insidern zufolge noch immer von schweren Verletzungen, die er bei dem Luftangriff zu Beginn des Krieges erlitten hat. Das Gesicht des 56-Jährigen sei beim Beschuss des Gebäudekomplexes des geistlichen und politischen Oberhauptes im Zentrum Teherans entstellt worden, sagten drei Personen aus dem engeren Umfeld Chameneis der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem habe er eine erhebliche Verletzung an einem oder beiden Beinen erlitten. Bei dem Angriff am Anfang des von den USA und Israel am 28. Februar begonnenen Krieges wurde das damalige Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet. Zum Nachfolger wurde sein Sohn Modschtaba Chamenei gewählt, der seither jedoch nicht in der Öffentlichkeit aufgetreten ist. Es stellt sich die Frage, ob er überhaupt in der Lage ist, die Staatsgeschäfte zu führen – und das in einer für den Iran äußerst gefährlichen Lage. Am Samstag sollen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad entscheidende Gespräche mit den USA über eine Beendigung des Krieges beginnen. Neuer Oberster Führer des Iran: Hinweise auf schlechten Zustand Chameneis "Operation Epic Fury ist genehmigt": Wer Trump wirklich vom Krieg gegen den Iran überzeugte Den Insidern zufolge, die wegen der Sensibilität des Themas anonym bleiben wollen, erholt sich Chamenei von seinen Verletzungen und ist geistig fit. Er nehme per Audiokonferenz an Treffen mit ranghohen Angehörigen der Führung teil und sei in die Entscheidungsfindung bei wichtigen Themen wie dem Krieg und den Verhandlungen mit den USA eingebunden, sagten zwei der Insider. Bisher keine offiziellen Berichte Die Berichte aus dem Umfeld Chameneis sind die bislang detaillierteste Beschreibung des Zustands des neuen Obersten Führers. Seit dem Luftangriff und seiner Ernennung zum Nachfolger seines Vaters am 8. März wurden weder ein Foto noch Videos oder Tonaufnahmen von Modschtaba Chamenei veröffentlicht. Erklärungen von ihm wurden verlesen. Chameneis Aufenthaltsort und sein Zustand bleiben für die Öffentlichkeit ein Rätsel. Chamenei wurde am 28. Februar verletzt. Bei dem Angriff wurde sein Vater Ali Chamenei getötet, der seit 1989 regiert hatte. Unter den Opfern sind auch Modschtaba Chameneis Ehefrau sowie sein Schwager und seine Schwägerin. Eine offizielle iranische Erklärung zum Ausmaß von Chameneis Verletzungen gab es nicht. Ein Nachrichtensprecher im Staatsfernsehen bezeichnete ihn nach seiner Ernennung jedoch als "Dschanbas", ein Begriff für im Krieg schwer verwundete Personen. Modschtaba Chamenei muss sich erst noch beweisen Unabhängig von der Schwere seiner Verletzungen sei es unwahrscheinlich, dass der neue und weniger erfahrene Führer die allumfassende Macht seines Vaters ausüben könne, sagte Alex Vatanka vom Middle East Institute. Obwohl er als Garant für Kontinuität gelte, könne es Jahre dauern, bis er das gleiche Maß an selbstverständlicher Autorität aufgebaut habe. "Modschtaba wird eine Stimme sein, aber nicht die entscheidende", sagte Vatanka. "Er muss sich als glaubwürdige, mächtige, übergeordnete Stimme beweisen." Hochrangige iranische Insider hatten Reuters gesagt, dass die Revolutionsgarden, die ihm ins Amt verhalfen, während des Krieges zur dominanten Stimme bei strategischen Entscheidungen aufgestiegen sind. Chameneis Abwesenheit wird in den iranischen sozialen Medien und in Chatgruppen rege diskutiert - wenn die lückenhafte Internetverbindung es denn zulässt. Verschwörungstheorien über seinen Zustand und darüber, wer das Land regiert, sind weit verbreitet. Ein populäres Meme, das online kursiert, zeigt einen leeren Stuhl im Scheinwerferlicht mit der Frage: "Wo ist Modschtaba?