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FC Bayern erlebt gegen Real Madrid ein Spiel für die Ewigkeit

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Der FC Bayern hat Real Madrid in einem dramatischen Champions-League-Thriller mit 4:3 bezwungen. Eine Münchner Nacht für die Ewigkeit. Aus München berichtet Julian Buhl Nach Michael Olises Siegtreffer zum 4:3-Endstand gab es beim FC Bayern kein Halten mehr. Nachdem der Schiedsrichter das packende Viertelfinalrückspiel der Champions League gegen Real Madrid quasi im selben Moment abgepfiffen hatte, stürmten sämtliche Spieler, die schon auf dem Feld oder vor der Ersatzbank standen, auf den Torschützen zu. Auch Cheftrainer Vincent Kompany lief zur Jubeltraube seiner Mannschaft. Er beglückwünschte und umarmte jeden einzelnen seiner Spieler, bevor er dann etwa auf Höhe der Mittellinie dabei zuschaute, wie sein Team sich vor der Südkurve feiern ließ. "Super-Bayern, Super-Bayern", riefen die Fans ihren Helden immer wieder zu, bevor sich die Profis auf die Ehrenrunde durch die noch immer nahezu komplett gefüllte Münchner Arena verabschiedeten. Dieses Spektakel, das sich die Bayern mit Real geliefert haben, hat Fans, neutrale Beobachter, Experten sowie die Spieler selbst gleichermaßen in seinen Bann gezogen. In den Katakomben im Bauch der Arena wurde schnell von einem Jahrhundertspiel gesprochen. Damit haben die Bayern in jedem Fall ein weiteres Stück Fußballgeschichte geschrieben, von dem in den kommenden Jahren noch häufig die Rede sein dürfte. Nach dem historischen 2:1-Erfolg vergangene Woche im Bernabéu-Stadion, wo Bayern erstmals seit 25 Jahren gewann, hat sich der deutsche Rekordmeister nun erstmals seit 2012 in der K.-o.-Runde der Königsklasse gegen die Königlichen durchgesetzt. Und steht damit im Halbfinale der Champions League, wo jetzt Titelverteidiger Paris Saint-Germain wartet. Bayern-Präsident Herbert Hainer fasste die Geschehnisse folgendermaßen zusammen: "Es war hochdramatisch. Spannender geht's nicht. Nichts für schwache Nerven." Das galt auch für die Vereinsgranden um Uli Hoeneß , Karl-Heinz Rummenigge und Co. auf der Ehrentribüne, wie Hainer verriet. "Wir alle waren natürlich ein bisschen angespannt. Das gehört auch dazu, wenn man so leidenschaftlich dabei ist", sagte Hainer und verwies darauf, dass "das natürlich auch ein Spiel ist, wo Millionen zuschauen. Ich glaube, heute haben eine Milliarde Zuschauer zugeguckt." Hainer weiter: "Und für uns ist es natürlich unheimlich wichtig, dass wir in Europa auch wieder weiterkommen als das Viertelfinale." Das ist den Bayern in einem wahren Fußballdrama gegen Real gelungen. Dramatischer Spielverlauf mit Happy End für Bayern Gleich dreimal waren die Bayern dabei in Rückstand geraten. Zum ersten Mal schon nach 35 Sekunden, nachdem sich mit Kapitän Manuel Neuer , ausgerechnet der große Torwartheld des Hinspiels, sich einen folgenschweren Abspielfehler direkt in die Füße von Torschütze Arda Güler erlaubt hatte. Güler überwand Neuer kurz danach erneut per direktem Freistoß (29.). Aleksandar Pavlović (6.) und Harry Kane (38.) antworteten jeweils schnell mit ihren Toren für die Bayern. Nach Kylian Mbappés Treffer (42.) gingen die Münchner dennoch mit einem 2:3-Rückstand in die Pause, der bis eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit anhielt. Als sich alle schon fast auf eine Verlängerung eingerichtet hatten, flog Reals Eduardo Camavinga vier Minuten vor dem Ende noch mit Gelb-Rot vom Platz. Wohl auch deshalb, weil Schiedsrichter Slavko Vinčić offensichtlich kurzzeitig vergaß, dass er Camavinga zuvor bereits mit einer Karte verwarnt hatte. Andernfalls hätte er es möglicherweise bei einer mündlichen Ermahnung belassen. Bei Real löste diese Szene große Wut aus. Jedenfalls nutzten Luis Díaz (89.) und Olise (90.+4) das Momentum und entschieden die Partie doch noch in der regulären Spielzeit zugunsten der Bayern. Mit ihren späten Treffern brachten sie die Stimmung im Stadion förmlich zum Explodieren. "Eine Nacht, die wir so auch noch nicht erlebt haben" Auch der 40 Jahre alte Neuer konnte sich in seiner langen Karriere nicht an ein solch intensives Spiel erinnern. "Ich glaube, das muss man erst einmal verarbeiten, was heute Abend hier passiert ist", sagte er. "Es war eine richtige Champions-League-Nacht, die wir so auch noch nicht erlebt haben. Aber es war auf jeden Fall für die Zuschauer und für uns alle ein bisschen was geboten." Seinen Fehlpass, mit dem er die eigene Mannschaft schon nach 35 Sekunden in die Bredouille gebracht hatte, bezeichnete er als "Schweineball". Nachdem er bei Gülers Freistoß ebenfalls eine unglückliche Figur gemacht hatte, rettete Neuer sein Team später aber auch noch mit einer Faustabwehr gegen Mbappé vor einem möglichen 2:4-Rückstand (55.). Neuer sprach auch die spezielle Stimmung an, die am Mittwochabend in der Arena herrschte. Der Funke sei auf die Mannschaft übergesprungen. Das empfand Joshua Kimmich genauso. "Stimmung heute war gigantisch", sagte er und sprach genau wie Neuer von "einer sehr besonderen Nacht. Drama pur – vor allem natürlich die letzten fünf Minuten. Da hat's natürlich gebrannt." "Ich hoffe, alle Kinder durften länger wach bleiben" Das sei schon "etwas Besonderes" und nichts, das man jedes Jahr erleben könne. Deshalb hoffte Kimmich auch, dass seine Ehefrau Lina zu Hause vor dem Fernseher mit dem Nachwuchs nicht ganz so streng war. "Ich glaube, es hat sich gelohnt, bis zum Ende zu gucken. Ich hoffe, alle Kinder in Deutschland durften ein bisschen länger wach bleiben", sagte Kimmich bei DAZN mit einem Grinsen: "Ich hoffe, meine Frau hat meinen Sohn ein bisschen länger schauen lassen". Und am Donnerstag dürfe er dann vielleicht erst "zur dritten Stunde zur Schule". Auch für Kimmich, der aktuell seine elfte Saison bei Bayern spielt, war es das intensivste Spiel, das er während seiner gesamten Zeit in München erlebt hat. Daran reichte auch der 4:2-Sieg nach 0:2-Rückstand in der Verlängerung im Achtelfinalrückspiel gegen Juventus Turin , der fast auf den Tag genau zehn Jahre zurückliegt, nicht ganz heran. "Das war auch sehr emotional. Sonst hatte ich bisher viele emotionale Abende, die in die andere Richtung gingen", sagte Kimmich. Häufig war das gegen Real Madrid der Fall. Vor zwei Jahren verloren die Bayern das Halbfinalrückspiel im Bernabéu-Stadion nach 1:0-Führung auf dramatische Art und Weise in den Schlussminuten mit 1:2. "Deswegen bin ich mal ganz froh, dass wir das Ding heute gezogen haben und eine Runde weiter sind." Jetzt wartet mit PSG ein weiterer Hammergegner. Auch im Halbfinale wird das entscheidende Rückspiel am 6. Mai (Hinspiel am 28. April in Paris) wieder in der Allianz Arena ausgetragen. Das nächste Drama und die nächste magische Münchner Nacht können kommen.



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