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Prozess in Braunschweig: Erblindetes Säureopfer spricht vor Gericht

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Eine Frau aus Niedersachsen soll die Tötung ihres Ex-Mannes mit Ameisensäure geplant haben. Er überlebt die Säure, erblindet aber. Als Zeuge schildert er seine Sicht auf den mutmaßlichen Mordversuch.

Ein erblindetes Säureopfer hat vor Gericht den mutmaßlichen Mordversuch der Ex-Partnerin gegen sich geschildert. "Ich bin mir sicher, dass sie es war", sagte der 32-Jährige vor der Strafkammer in Braunschweig. "Sie war ja die Einzige, die da war", berichtete er über den mutmaßlichen Tattag am 7. November 2025. 

In dem Prozess angeklagt ist seine 27 Jahre alte Ex-Partnerin, die versucht haben soll, ihren Noch-Ehemann im gemeinsamen Haus im Landkreis Wolfenbüttel mit der hochkonzentrierten Säure zu töten. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, in einer Trennungsphase versucht zu haben, ihren Mann zu töten, um an 400.000 Euro aus einer Risikolebensversicherung zu kommen. 

Säureopfer: "Auf einmal hatte ich was im Gesicht." 

Der Mann hatte sich nach seiner Schilderung von der Angeklagten getrennt. Er habe eigentlich den Eindruck gehabt, dass sich beide auch wegen der beiden gemeinsamen Kinder gut arrangiert hatten. Nach seiner Aussage sollte er bei einem Besuch im Keller einen Kindersitz reparieren. "Auf einmal habe ich was ins Gesicht bekommen", sagte der Mann, der im Prozess als Nebenkläger auftritt. 

Laut Anklage soll die Frau ihrem wehrlosen Opfer die Ameisensäure über den Kopf und das Gesicht geschüttet haben. Anschließend soll sie verhindert haben, dass sich ihr Ex-Partner die Säure schnell vom Körper waschen konnte. Weil sich das Opfer nicht abspülen konnte, rettete es sich vor das Haus, wo ein Nachbar Erste Hilfe leistete und den Notruf wählte. Durch den Säureangriff erlitt der Mann nach Angaben der Strafverfolger Verätzungen unter anderem an den Augen, am Hals und an den Armen. 

Zeuge: Kann nur Hell und Dunkel unterscheiden 

Die Hornhäute beider Augen seien durch die Säureeinwirkung zerstört worden, was zur Erblindung geführt habe. Wegen der Schwere der Verletzungen und der erheblichen Schmerzen musste der Geschädigte für mehrere Tage ins künstliche Koma versetzt und in einer Spezialklinik behandelt werden. Als Zeuge gab der Mann nun an, nur Hell und Dunkel unterscheiden zu können, aber keine Umrisse zu erkennen. Die Prognose für eine Verbesserung sei nicht gut.

Zum Prozessauftakt hatte sich die Angeklagte gegen die Vorwürfe gewehrt. Es habe im Keller einen Kampf um die Flasche mit der Säure gegeben, sagte die 27-jährige Deutsche. Nach einer Abwehrbewegung sei es dann passiert, berichtete die Frau, wie es zu den schweren Verletzungen ihres 32-jährigen Ex-Partners gekommen sei. Es gilt die Unschuldsvermutung. Ein Urteil in dem Prozess könnte Anfang Mai fallen.




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