Добавить новость
ru24.net
World News in German
Апрель
2026
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30

Katherina Reiche: Sie setzt auf Kampf statt Charme – was das bringt

0
Die Politik von Katherina Reiche ist besser als ihr Ruf. Das könnte man auch mal anerkennen. Katherina Reiche macht es einem nicht leicht, sie gut zu finden. Die Ministerin gilt als misstrauisch und ungeduldig. Man sagt ihr eine kurze Zündschnur nach. Sie macht sich nicht einmal in ihrer engeren Umgebung die Mühe, Menschen für sich zu gewinnen. Freundlichkeit gegenüber Kabinettskollegen von der SPD hält sie im Großen und Ganzen für überflüssig. In den Augen vieler macht sie das zu einer schlechten Wirtschafts- und Energieministerin. Doch diese Gleichung stimmt nicht. Reiche ist eine der intelligentesten Politikerinnen im Berliner Betrieb. Sie ist Diplom-Chemikerin, Fachfrau für Energiewirtschaft, sie hat umfangreiche Erfahrung als CDU-Politikerin auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Als parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium war sie unter dem damaligen Minister Norbert Röttgen (CDU) drei Jahre lang an der Leitung des Hauses beteiligt. Nächster Krach in der Koalition? Klingbeil warnt Reiche Reiche erzielt Erfolg: "Der Knoten ist durchbrochen" Als ehemalige Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes kommunaler Unternehmen kennt sie die Lage der städtischen Versorger und der kommunalen Verkehrsunternehmen. Sie war Chefin des Energiedienstleisters Westenergie, einer Tochter des Energiekonzerns Eon. Auch wenn sie im vergangenen Jahr von Kanzler Friedrich Merz von außen in das Amt der Wirtschaftsministerin berufen wurde: Ihre Spielstärke ist exzellent. Reiche macht es anders Seit dem ersten Amtsinhaber, Ludwig Erhard, lebt das Ministerium allerdings nicht von seiner Hausmacht, sondern vom Charisma und der Überzeugungskraft des Ministers oder der Ministerin. Erhard selbst, Otto Graf Lambsdorff in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, und zuletzt Robert Habeck waren Minister, deren Einfluss weit über die formale Zuständigkeit hinaus reichte. Erhard wurde als "Vater des Wirtschaftswunders" von weiten Kreisen der Bevölkerung Westdeutschlands verehrt, der Graf leitete mit seinem Wendepapier 1982 den Koalitionsbruch mit der SPD und die marktwirtschaftliche Rückbesinnung Deutschlands unter dem CDU-Kanzler Helmut Kohl ein. Und Robert Habeck schließlich galt progressiven Kreisen als Lichtfigur eines neuen Politikertyps. Alle drei hatten eine Botschaft. Sie wussten, dass man dafür Mehrheiten gewinnen muss. Sie konnten Zustimmung mobilisieren. Katherina Reiche macht es anders. Ihre Botschaft ist Effizienz, ihr politisches Mittel ist der Kampf. Sie hat keine Angst, sich mit Finanzminister Lars Klingbeil oder sogar mit Bundeskanzler Friedrich Merz anzulegen. Sie integriert nicht, sie polarisiert. Die einen wollen sie zur Jeanne d'Arc der sozialen Marktwirtschaft aufbauen, die anderen sehen in ihr die Totengräberin der Energiewende. Das ist ebenfalls scheinheilig Beides ist sie nicht. Und, schlimmer noch für ihre Gegner: Inhaltlich liegt sie meistens richtig. In einer Zeit, in der die Preise für fossile Energie durch die Decke gehen, braucht man keine neuen Subventionen für Erneuerbare. Wenn man den Verbrauch von Diesel, Kerosin oder Gas reduzieren muss, ist es verrückt, den Preis an der Tankstelle herunterzusubventionieren. Und wenn das Stromnetz zu labil ist, um weitere Erneuerbare anzuschließen, ist es vernünftig, es zu lassen. Und: Dass neue Gaskraftwerke gebaut werden müssen, wusste schon Robert Habeck . Ihm hat man das nicht übel genommen. Bei Katherina Reiche aber gilt dieselbe Haltung als Frevel gegen den grünen Strom. Die Wirtschaftsweise: Alle Kolumnen von Ursula Weidenfeld Ihr vorzuwerfen, sie sei vor ihrer Zeit als Wirtschaftsministerin Energiemanagerin gewesen, ist ebenfalls scheinheilig. Als ihr Vorgänger Habeck ins Amt kam, machte er seinen Weggefährten Patrick Graichen zum Staatssekretär. Die Sache ging gründlich schief – doch damals fand kaum jemand etwas dabei, dass Graichen vorher als Chef des Thinktanks Agora Energiewende einer der Cheflobbyisten der erneuerbaren Energien war. Zu Recht verwiesen die Grünen darauf, dass der Mann einer der angesehensten Fachleute für den klimaneutralen Umbau der Energieversorgung sei. Dieser Herausforderung sollten sich Merz und Klingbeil stellen Katherina Reiche ist nicht weniger kompetent. Sie hat nur andere politische Positionen. Um marktwirtschaftliche Ideen durchzusetzen, müsste sie jetzt bei Freund und Feind allerdings Klinken putzen, anstatt alle auf die Barrikaden zu treiben. Sonst wird sie noch entschlossener aus den wichtigen Entscheidungsgremien herausgedrängt und erreicht am Ende gar nichts mehr. Ihre Kompetenz aber anzuerkennen, würde dem Finanzminister und dem Kanzler zwar einiges abverlangen. Doch dieser Herausforderung sollten sie sich stellen.



Moscow.media
Частные объявления сегодня





Rss.plus
















Музыкальные новости




























Спорт в России и мире

Новости спорта


Новости тенниса