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Landwirtschaft: Invasive Schädlinge bedrohen Hessens Ernten immer stärker

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Mildere Winter und internationaler Handel fördern invasive Schädlinge auf Hessens Feldern. Landwirte müssen ihre Anbaumethoden anpassen, um Ertragsverluste zu verhindern.

Mildere Winter lassen Schädlinge überleben, neue Arten werden im Saatgut eingeschleppt: Hessens Landwirte müssen sich zunehmend mit Gefahren durch invasive Insektenarten auseinandersetzen."Mit dem Klimawandel hat auch die Entwicklung der Schaderreger in den Kulturen in Teilen zugenommen", sagt Marie-Claire von Spee, Sprecherin des Hessischen Bauernverbands. 

Steigende Durchschnittstemperaturen, Hitzeperioden auch schon früh im Jahr oder auch Extremwetterereignisse beeinflussten das Vorkommen. "Auch mildere Winter begünstigen die Entwicklung und das Überleben." Zudem begünstigt laut von Spee der Wegfall einiger Pflanzenschutzmittelwirkstoffe die Ausbreitung. 

Auch der internationale Handel mit Pflanzen, Saatgut und Ernteprodukten beschleunige die Einschleppung invasiver Schadorganismen. "In Kombination mit günstiger werdenden Klimabedingungen finden diese Organismen zunehmend geeignete Lebensräume, was zu neuen oder verstärkten Befallsereignissen führt."

Zikade überträgt Bakterium auf Pflanzen

Schwierigkeiten bereitet den Landwirten laut von Spee etwa die Schilf-Glasflügelzikade. Der Pflanzenschädling bedroht zunehmend den Anbau von Kartoffeln und Zuckerrüben, aber auch anderer Gemüsekulturen, indem er die Krankheiten SBR (Syndrom der niedrigen Zuckergehalte) und Stolbur überträgt. 

Durch Stiche der Schilf-Glasflügelzikade wird das Bakterium Candidatus Phytoplasma solani auf Pflanzen übertragen, die verursachte Krankheit wird Stolbur genannt. Infizierte Bestände welken, Wurzeln und Knollen werden gummiartig. Der Ertrag sinkt, Geschmack und Qualität leiden, etwa durch geringeren Zuckergehalt. Bei starkem Befall können Zuckerrüben, Kartoffeln und Gemüse nicht verarbeitet und gelagert werden, es kann zum Totalausfall der Ernte kommen. Stolbur und SBR sorgen für hohe Ertrags- und Qualitätsverluste. 

Käfer sorgen für Schäden im Raps

Große Probleme gibt es laut von Spee in diesem Jahr in einigen Raps-Anbaugebieten mit den Larven des Rapserdflohs und mit dem Schwarzen Kohltriebrüssler. "Im Raps kann es zu strukturellen Schäden am Spross beziehungsweise zu Gewebeschäden kommen, die im weiteren Verlauf Eintrittspforten für Krankheiten sein können oder im schlimmsten Fall zum Absterben der Pflanze führen", sagte die Sprecherin. Das bedeute Ertragsverluste.

Um die Vermehrung der Schädlinge zu unterbrechen, passen die Betriebe von Spee zufolge die Fruchtfolgegestaltung an. Um natürliche Gegenspieler zu haben, würden Nützlinge wie beispielsweise Schlupfwespen und Marienkäfer sowie Biodiversität gefördert. Zudem kämen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. "Oft ist das Zusammenspiel der Maßnahmen wichtig."

Unterstützung für Betriebe 

Wichtig seien das Monitoring und die Überwachung der Schaderreger. "In Hessen wird durch den Pflanzenschutzdienst und weitere Beratungsstellen ein intensives Monitoring von Schaderregern in unterschiedlichen Kulturen jedes Jahr durchgeführt", erläuterte von Spee. "Im Zuge dieses Monitorings sind Befallsschwellen für Schaderreger festgelegt. Wenn diese überschritten werden, wird zur Behandlung beispielsweise durch Pflanzenschutzmittel aufgerufen."

Landwirte bekämen so durch den Behandlungsaufruf Vorgaben über Pflanzenschutzmittel, Anwendung und Menge. Ferner werde auch zu weiteren Maßnahmen etwa zur Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und Sorte beraten.




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