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Trump gegen Papst Leo: Warum MAGA auf die katholische Kirche losgeht

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Trumps Lager geht auf Konfrontationskurs zur katholischen Kirche. Hinter den Attacken auf den Papst zeigt sich ein religiös-politischer Bruch, der sich durch das amerikanische Christentum zieht. Donald Trump attackiert den Papst. Seit Tagen überzieht der US-Präsident das Oberhaupt der katholischen Kirche mit Angriffen. Mal nennt er den Bischof Roms "schwach", mal fordert er ihn auf, sich aus politischen Themen herauszuhalten – sekundiert von seinem Vizepräsidenten, dem erst vor wenigen Jahren zum Katholizismus konvertierten JD Vance. Doch der Konflikt, den Teile der Trump-Regierung mit der katholischen Kirche haben, liegt tiefer als ein persönlicher Streit zwischen Trump und dem in Chicago geborenen Leo XIV. Kein katholischer Gottesdienst am Karfreitag Rund 40 Prozent der rund 340 Millionen US-Amerikaner sind Protestanten, mehr als die Hälfte davon (23 Prozent der Amerikaner) Evangelikale. Katholiken machen 19 Prozent der Bevölkerung aus. Protestanten und Katholiken sind damit die größten religiösen Gruppen in den Vereinigten Staaten. Entgegen etablierter Tradition entschied das Pentagon dennoch, am diesjährigen Karfreitag keinen katholischen Gottesdienst anzubieten. In einer Mail an Mitarbeiter hieß es: "Eine freundliche Erinnerung: Es wird am Karfreitag einen protestantischen Gottesdienst (keine katholische Messe) in der Pentagon-Kapelle geben." Ein Sprecher bestätigte der "Huffington Post": "Der protestantische Gottesdienst ist der einzige für heute angesetzte in der Pentagon-Kapelle." Die lapidare Begründung: Es sei nun mal kein katholischer Geistlicher zur Hand gewesen. Ein katholischer Mitarbeiter kommentierte in der Zeitung enttäuscht: "Ich schätze, jetzt wissen Katholiken, dass sie nicht willkommen sind. Ist das lächerlich." "Volatil und instabil": Demokraten legen Plan zur Amtsenthebung von Trump vor Papst-Streit: Meloni stellt sich gegen Trump Hegseths Pastor: Katholische Praxis ist Götzenverehrung Insbesondere Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth gilt als evangelikaler Hardliner. Ihm steht der christlich-nationalistische Prediger Doug Wilson nahe, der sich unter anderem gegen Geschlechterdiversität an sich und das Frauenwahlrecht im Besonderen stellt. Wilson ist auch Co-Autor des Essays "Southern Slavery, as it was". Der Text argumentiert unter anderem, Sklaverei habe in den Südstaaten zu einer "ehrlichen gegenseitigen Zuneigung zwischen den Rassen geführt". Tatsache ist, dass die Südstaaten sich lange gegen die Abschaffung der Sklaverei gewehrt hatten und selbst nach dem Ende des Krieges in großen Teilen auf einer "Rassentrennung" bestanden. Der Pastor macht kein Geheimnis daraus, dass er der amerikanischen Republik einen evangelikalen Gottesstaat vorziehen würde: Demokratie nannte er einst eine "Torheit". Wilson glaubt, dass die Verwandlung Amerikas in eine calvinistisch-evangelikale Theokratie innerhalb der nächsten 500 Jahre zu bewerkstelligen ist. Hegseth, der den Krieg im Iran als religiösen Kampf versteht, hat den Pastor immer wieder für Predigten ins Verteidigungsministerium eingeladen. Er schätze an ihm unter anderem seine "Führungsrolle" und seinen Mut, "Wahrheiten" auszusprechen. Zu den Dingen, die Wilson ausspricht, gehört auch ein ausdrücklicher Antikatholizismus. In dem Gottesstaat, der ihm vorschwebt, will er eine ganze Reihe katholischer Praktiken verbieten. Das Läuten von Kirchenglocken wäre unter seiner Führung zwar erlaubt, Prozessionen und die öffentliche Verehrung der Jungfrau Maria – und der Heiligen an sich – allerdings strikt verboten, erklärte Wilson in einem Interview. Sakramentsprozessionen, bei denen eine geweihte Hostie durch die Straßen getragen wird, seien ebenfalls "Götzenverehrung" und damit untersagt. Dennoch sagt Wilson: Katholiken, denen er eine ganze Reihe religiöser Praktiken verbieten will, würden unter seiner Führung mit "Respekt" behandelt werden. Dass er seine katholischen Glaubensbrüder und -schwestern im Reich Gottes wiedersieht, glaubt Wilson indes nicht: "Wenn jemand gläubiger Katholik ist, also (...) der Lehre der katholischen Kirche zustimmt und ihr folgt, glaube ich nicht, dass diese Person noch gerettet werden kann." Katholiken kommen in seiner Weltanschauung allerdings besser weg als Muslime. Diese dürften zwar als "fahrende Händler" in kleiner Zahl in den USA leben, aber keine Staatsbürgerschaft erhalten und auch keine religiöse Infrastruktur betreiben. In einem Amerika, wie es Wilson vorschwebt, wäre etwa Homosexualität illegal und Untreue eine Straftat. Bei der Frage nach der Bestrafung hält sich Wilson in einem Interview mit dem katholischen "New York Times"-Journalisten Ross Douthat bedeckt. Er sei "nicht gegen" die Steinigung von Ehebrechern, so Wilson. Auf weitere Nachfragen antwortete er: "Es ist doch so: Politik ist die Kunst des Möglichen." Katholische Kritik am Iran-Krieg Die katholisch-evangelikalen Spannungen zeigen sich allerdings nicht nur in den Kommentaren eines der wichtigsten Berater des Verteidigungsministers. Sie treten seit einigen Wochen immer offener auch durch kritische Wortbeiträge katholischer Priester zutage – an politischen Entscheidungen, aber auch an Politikern wie Hegseth. Ein Beispiel: Timothy Broglio, der katholische Erzbischof der US-Armee, kritisierte in einem Fernsehinterview den Krieg gegen den Iran. Auf die Frage, ob der Einsatz aus katholischer Sicht gerechtfertigt sei, antwortete Broglio: "Unter der Theorie des gerechten Krieges: nein." Der Konflikt beruht aus seiner Sicht auf einer erwarteten Bedrohung, nicht auf einer akuten Gefahr. "Er antizipiert eine nukleare Bedrohung, statt auf eine realisierte Gefahr zu reagieren", erklärte Broglio. Katholische Soldaten seien nicht verpflichtet, jeden Befehl in einem moralisch zweifelhaften Krieg unhinterfragt auszuführen. Zugleich betonte er die rechtlichen Grenzen: Militärangehörige müssten Befehlen grundsätzlich folgen, sofern diese nicht "offensichtlich unmoralisch" seien. Pete Hegseths öffentliche Berufung auf Jesus Christus bezeichnete der Militärerzbischof als "problematisch". Jesus habe "eine Botschaft des Friedens gebracht", sagte er. Es sei daher "schwierig, diesen Krieg als etwas darzustellen, das vom Herrn unterstützt würde". Der Erzbischof steht an der Spitze der Militärseelsorge für rund 1,8 Millionen Menschen, also katholische Angehörige der US-Streitkräfte sowie deren Familien. Seine Aussagen gelten auch deshalb als bemerkenswert, weil er lange als konservative Stimme innerhalb der US-Kirche galt. "Deus vult": Hegseth und die Kreuzzüge Pete Hegseth hat den lateinischen Spruch "Deus vult" auf seinem Bizeps tätowiert – "Gott will es". Er wird oft Papst Urban II. zugeschrieben, der mit diesem Spruch zum ersten Kreuzzug, also einem religiös motivierten Krieg, aufgerufen haben soll. Historiker bezweifeln diese Darstellung allerdings und halten sie für eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. "Wenn Rechte sagen, sie kehren zurück in die Tradition ihrer Vorfahren, meinen sie damit in diesem Fall die 1880er-Jahre, nicht das 11. Jahrhundert", erklärt die Historikerin Charlotte Gauthier. Und doch: Ein solches Tattoo sei ein klares Statement, so Gauthier: "Es gibt keine Version von 'Deus vult', die irgendetwas anderes signalisiert als: Diese Person ist ein Fan der Kreuzzüge." Ihre Kollegin Eleanor Janega erklärt: "Es ist ein Aufruf zu religiöser Gewalt, ausdrücklich in Verbindung mit einer grauenvollen Episode der Geschichte." Auf diese bezieht sich auch Pete Hegseth voller Stolz. In seinem Buch "American Crusade" (Amerikanischer Kreuzzug) schreibt der Verteidigungsminister, die USA stünden heute an derselben Stelle wie die Kreuzritter im 11. Jahrhundert: "Wir wollen nicht kämpfen, aber, wie unsere christlichen Brüder vor 1.000 Jahren, müssen wir." In dem Buch erklärt Hegseth auch, es sei biblische Pflicht Amerikas, an der Seite "unserer jüdischen Freunde und ihrer bemerkenswerten Armee in Israel das Schwert zu ergreifen" – gegen "islamistische Horden". Der katholische Journalist Christopher Hale sagt über den Verteidigungsminister: "Wir werden einen Riss sehen, der nicht zu kitten ist. Pete Hegseths Christentum ist ein gänzlich anderes als das der Katholiken." Denn damit steht Hegseth im Widerspruch zur katholischen Lehre: Papst Johannes Paul II. hatte im Jahr 2000 ausdrücklich um Vergebung für die Verbrechen der Kirche während der Kreuzzüge gebetet und damit zumindest die grausamsten Auswüchse dieser religiösen Kriege offiziell zur Sünde erklärt. Die Todeszahlen des ersten Kreuzzuges sind Gegenstand wissenschaftlicher Debatten, bewegen sich aber wohl in den Tausenden. Während der Belagerung und Eroberung Jerusalems im Jahr 1099 sollen 3.000 bis 10.000 Juden und Muslime ums Leben gekommen sein. Drei Jahre zuvor töteten die Kreuzritter in Mitteleuropa 4.000 bis 8.000 Juden. Auch unter den christlichen Glaubenskriegern soll die Todeszahl hoch gewesen sein. Evangelikale und Katholiken in den USA Evangelikale sind, ähnlich wie die Evangelische Kirche, Produkte der Reformation Martin Luthers. Besonders in den USA sind sie auch politisch sehr aktiv. So gelten sie als treibende Kraft hinter mehreren republikanischen Projekten wie dem Kampf gegen Abtreibungen. Viele beziehen sich, wie Doug Wilson, auf eine "Sola Scriptura"-Doktrin: Es gilt "nur die Schrift", also das reine, möglichst uninterpretierte Wort der Bibel, das alles enthält, was es zum guten, gottesfürchtigen Leben braucht. Prominente Evangelikale in Trumps Regierung sind unter anderem Hegseth und Paula White, die "spirituelle Beraterin" des Präsidenten. Die katholische Kirche hält die Bibel zwar für göttlich inspiriert, aber interpretationsbedürftig. Traditionen spielen eine größere Rolle. Unter anderem sind Trumps Vizepräsident, der 2019 konvertierte JD Vance, und Außenminister Marco Rubio bekennende Katholiken.



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