Frankfurts neues Passagier-Terminal geht ans Netz
Nach mehr als zehn Jahren Bauzeit öffnet das neue Terminal 3 am Frankfurter Flughafen. Zum Auftakt gab es viel Lob und Schulterklopfen. Am Frankfurter Flughafen hat die Betreibergesellschaft Fraport ein drittes Passagierterminal eröffnet. Das vier Milliarden Euro teure Projekt sei ein starkes Zeichen für den Luftverkehr und belege die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, erklärte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) beim Festakt. Die Bundesregierung werde bis zum Sommer ein neues Luftverkehrskonzept vorlegen. Fraport-Chef Stefan Schulte und Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) stimmten auf weiteres Wachstum ein. "Terminal 3 ist nicht einfach ein neues Gebäude, Terminal 3 ist ein Signal für die Zukunft", sagte Schulte. Der Luftverkehr werde weiter wachsen. Rhein skizzierte den Prozess des Ausbaus seit ersten Ideen im Jahr 1998 und kam zu dem Schluss: "Dieses Terminal zeigt, was in unserem Land möglich ist. Unser Staat ist nicht dysfunktional, hier steht der Gegenbeweis." Davon profitiere nicht nur Hessen, sondern die gesamte Bundesrepublik. "Jeder zusätzliche Flug stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit und stärkt unseren Wohlstand." Mehr als zehn Jahre nach dem ersten Spatenstich soll geht dritte Passagierterminal des Frankfurter Flughafens am Donnerstag (23. April) ans Netz. Der MDax-Konzern Fraport hat rund 4 Milliarden Euro in das vom Frankfurter Architekten Christoph Mäckler entworfene Gebäude am größten deutschen Flughafen investiert. Geplant waren beim Spatenstich vor gut zehn Jahren Baukosten zwischen 2,5 und 3 Milliarden Euro sowie eine Eröffnung bereits im Jahr 2022. Dies hat sich vor allem wegen des Luftverkehr-Einbruchs während der Covid-Pandemie verzögert. Ausbau-Ende fast erreicht Mit den zunächst drei Flugsteigen können jährlich rund 19 Millionen Passagiere abgefertigt werden. Mit dieser Zahl hätte das Terminal 3 im vergangenen Jahr die allermeisten deutschen Flughäfen hinter sich gelassen. Nur Frankfurt selbst, München , Berlin und Düsseldorf haben mehr Gäste gezählt. Mit dem neuen Passagier-Gebäude erreicht der Frankfurter Flughafen fast das Ende seiner aktuell genehmigten Ausbaumöglichkeiten, wie auch Schulte anmerkte. Ein vierter, bereits genehmigter Flugsteig K würde die Kapazität von Terminal 3 auf 25 Millionen Fluggäste erhöhen. Der gesamte Flughafen könnte nach der fälligen Sanierung von Terminal 2 rund 90 Millionen Passagiere im Jahr abfertigen. Auch die vier Bahnen sind laut Planfeststellung darauf ausgelegt. Hier wurde als Letztes die Landebahn Nordwest im Jahr 2011 in den Betrieb genommen. Kritik wegen Lärm und Umweltzerstörung Der Flughafenausbau war und ist in der dicht besiedelten Rhein-Main-Region umstritten, denn beim Vollausbau wären jährlich bis zu 700.000 Flugbewegungen möglich. Im vergangenen Jahr waren es gut 460.000. Zur Eröffnung haben Gegner das T3 als "Symbol für Fehlplanung, Umweltzerstörung und Größenwahn" kritisiert. Die Wachstumsfantasien der öffentlich kontrollierten Betreiberin Fraport gingen einher mit der Zerstörung von Umwelt, Klima sowie der Gesundheit und Lebensqualität der Flughafenanwohner durch Fluglärm, CO2 und Schadstoffe, erklärte die Initiative Klima-, Umwelt- und Lärmschutz im Luftverkehr (IKUL). Aktuell hält Fraport trotz des Iran-Kriegs an seiner Passagierprognose für das laufende Jahr fest. "Wir gehen weiter davon aus, dass wir unser Jahresziel von 65 bis 66 Millionen Passagieren, rund vier Prozent mehr als 2025, erreichen", hat Flughafen-Chef Schulte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt. Der Flughafenverband ADV feiert den Neubau als Meilenstein für den Standort Deutschland. "Mit dem neuen Terminal 3 gewinnt der Wirtschaftsstandort Deutschland eine hochleistungsfähige Infrastruktur, die langfristig die internationale Anbindung Deutschlands an die internationalen Verkehrsströme sicherstellt", erklärt Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Erster Flugsteig schon seit Jahren fertig Die Corona-Krise mit ihren dramatischen Passagiereinbrüchen hatte dem Betreiber Fraport den Zeitplan durcheinander gebracht. Einen kompletten Baustopp gab es aber nicht. Der erste Flugsteig G ist bereits seit dem Jahr 2022 fertiggestellt, wurde aber wegen fehlender Nachfrage vorläufig nicht in Betrieb genommen. Schon bis zu diesem Sommer sollen in vier Wellen die Fluggesellschaften in das Terminal 3 umziehen, die bislang am sanierungsbedürftigen Terminal 2 beheimatet waren. Es handelt sich im Wesentlichen um Airlines der Bündnisse um British Airways und Air France-KLM sowie die arabischen Anbieter Etihad und Emirates. Für die ersten Abfertigungen eines Linienflugs am Donnerstag stehen die chinesischen Gesellschaften China Eastern und China Southern im Flugplan. Die Gesellschaften des Lufthansa-Bündnisses Star Alliance bleiben im Terminal 1. Die Gesellschaft Condor will zum Sommer 2027 ins Terminal 3 umziehen und dort ein eigenes Drehkreuz betreiben. Terminal 3 über Skyline-Bahn erreichbar Der Frankfurter Flughafen ist über die Schiene eng angebunden. Passagiere, Besucher und Mitarbeiter kommen weiterhin in den beiden Bahnhöfen am Terminal 1 an. Wer weiter zum Terminal 3 will, muss im Übergangsgebäude in die neue, kostenlose Skyline-Bahn steigen. Die vollautomatischen Züge bringen stündlich bis zu 4.000 Menschen in jeweils rund 8 Minuten über die 5,6 Kilometer lange Strecke. Das Terminal 3 verfügt bislang nicht über einen eigenen S-Bahn-Anschluss, aber über eines der größten Parkhäuser Europas mit mehr als 8.000 Plätzen.