Der Krieg im Iran und die fehlende Unterstützung aus Europa lässt Trump über Konsequenzen nachdenken. Zwei Staaten dürfen auf Belohnung hoffen. Nato-Generalsekretär Mark Rutte bemühte sich bei seinem US-Besuch redlich. "Europa leistet einen größeren und fairen Anteil an den Verteidigungslasten", sagte er zuletzt während einer Rede in Washington . Donald Trump gab sich da noch zurückhaltend. Doch nun legt der US-Präsident nach. Nach einem Bericht der Nachrichtenplattform "Politico" kursiert im Weißen Haus derzeit "eine Liste der Braven und Unartigen". Demnach sortiert die US-Regierung die Nato-Mitglieder in Europa in Unterstützer und Gegner und droht mit möglichen Konsequenzen Rutte versucht, Trump zu besänftigen. Er argumentiert mit den gestiegen Verteidigungsausgaben der Nato-Staaten in Europa. Erst im Vorjahr hatte die Nato auf ihrem Gipfel in Den Haag eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent der jährlichen Wirtschaftskraft beschlossen. Die Nato-Zentrale in Brüssel fasst dies jährlich in einem Bericht zusammen. Deutschland steht dabei gut da – dank des Sonderetats für Rüstung. Überblick: Alle Entwicklungen im US-Newsblog Analyse: Trump rechnet mit Giorgia Meloni ab Trump interessiert Ruttes Zahlenwerk wenig. Er blickt auf den Krieg gegen den Iran und die Blockade der Straße von Hormus . Dort, so Trumps Darstellung, versagten die Nato-Mitglieder aus Europa die Unterstützung. Sie wollen sich lediglich nach einem Ende des Waffengangs am Schutz der Schifffahrt im Golf beteiligen. Und auch nur mit UN-Mandat. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sicherte jetzt auf Treffen in Paris und London eine Beteiligung der Bundesmarine zu. Rumänien und Bulgarien werden wohl gewinnen Trump aber verzeiht nichts. Pentagon-Chef Pete Hegseth hatte schon vor Monaten gedroht: "Vorbildliche Verbündete, die sich engagieren, wie Israel , Südkorea , Polen , zunehmend auch Deutschland, die baltischen Staaten und andere, werden in unserer besonderen Gunst stehen." Die Warnung schob er gleich hinterher: "Verbündete, die ihren Beitrag zur kollektiven Verteidigung nach wie vor nicht leisten, werden mit Konsequenzen rechnen müssen." Noch ist unklar, welche Konsequenzen Trump erwägt. Über die Verlegung von US-Truppen wird spekuliert. Vor allem Rumänien und Bulgarien dürften profitieren, sie gestatteten dem US-Militär die Nutzung von US-Basen im Land für Operationen im Krieg gegen den Iran, die nicht unmittelbar mit Angriffen auf das Land verbunden sind. Andere wie Frankreich, Spanien und Großbritannien waren zurückhaltender. Noch ist Amerikas Krieg gegen den Iran nicht beendet. Aber Trump denkt bereits über neue Ordnungen nach, auch im Nato-Bündnis. Seine Drohung ließ er schon vor Tagen verlauten. Die Nato sei ein "Papiertiger", sagte Trump, und fügte hinzu: Auch Russlands Staatschef Wladimir Putin wisse das.