Добавить новость
ru24.net
World News in German
Май
2026
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
31

Hausarzt zuerst: Studie zweifelt an Gesundheitsplan der Bundesregierung

0
Der Hausarzt soll bei gesundheitlichen Problemen die verpflichtende erste Anlaufstation werden. So plant es die Bundesregierung. Vorteile für die Patienten entstünden so aber nicht, warnt eine neue Studie. Erst zum Hausarzt, dann – eventuell – zum Facharzt: Mit dem sogenannten Primärarztmodell will die Bundesregierung das Gesundheitssystem in Deutschland effizienter machen. Das Ziel: Unnötige Facharzttermine sollen vermieden werden, sodass Patienten – sollten sie tatsächlich einen Facharzt benötigen – schneller einen Termin bekommen. Zugleich sollen auch die Krankenkassen Geld sparen. Eine neue Studie lässt aber Zweifel daran aufkommen, dass diese Ziele zu erreichen sind. Vorgelegt hat sie der Hamburger Gesundheitsökonom Jonas Schreyögg im Auftrag der Techniker Krankenkasse. Dafür hat der Direktor des Hamburg Center for Health Economics untersucht, welche Erfahrungen die Techniker Krankenkasse mit der sogenannten Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) gemacht hat. Zehn Millionen Menschen besuchen zuerst Hausarzt Die HzV ist eine Art Primärarztmodell, das bereits heute von den Krankenkassen angeboten werden muss. Über zehn Millionen Menschen nutzen diesen Wahltarif bereits. Wer sich hierfür entscheidet, verpflichtet sich für mindestens ein Jahr, immer zuerst den Hausarzt aufzusuchen. Die Teilnahme an diesem Modell wird von den Krankenkassen häufig mit Prämien belohnt, etwa kostenlosen Gesundheitschecks oder dem Entfall von Zuzahlungen. Als Vorbild für das geplante Primärarztmodell taugt die HzV allerdings nicht, urteilt Schreyögg nun: "Die Studie zeigt, dass die HzV nur eine bedingte Steuerungswirkung aufweist. Unter anderem führt sie zu mehr Facharztkontakten und die Zahl der Krankenhausaufenthalte ist durch die HzV-Teilnahme nicht zurückgegangen." Statt die Kosten zu senken, führte die HzV indes zu Mehrausgaben in Höhe von 160 Millionen Euro. Dies liegt vor allem daran, dass sich die Hausärzte die Teilnahme an der HzV extra vergüten lassen. So entfallen von den durchschnittlich 122 Euro Mehrkosten pro Patient 80,56 Euro auf den Hausarzt. Dem stehen hingegen nur geringe Einsparungen bei den Facharzthonoraren gegenüber. Keine gesundheitlichen Verbesserungen Auch gesundheitlich konnte Schreyögg keine Verbesserungen für die Patienten feststellen. Die enge Betreuung durch den Hausarzt führe nicht dazu, dass Krankenhausaufenthalte vermieden werden. Auch bei der Qualität der Arzneimittelverordnungen sei keine wesentliche Verbesserung im Vergleich zur Regelversorgung festzustellen. Im Hausarztmodell Versicherte waren zudem häufiger krankgeschrieben. Im Jahresdurchschnitt erhielten die HzV-Teilnehmenden vier Tage länger Krankengeld als Versicherte in der Regelversorgung. Neues System geplant: Erst Hausarzt, dann Facharzt: Was sich für Patienten ändern soll Vorteile und Nachteile: Hausarztmodell: Was beinhaltet der Krankenkassen-Wahltarif Im Resultat spricht sich Schreyögg für eine Abschaffung der HzV aus. "Die zusätzlichen Ausgaben für die HzV-Honorare sollten wir in Zukunft allen Hausärztinnen und Hausärzten in Deutschland zugutekommen lassen und nicht nur den 20 Prozent, die neben ihrer Zulassung als Vertragsärztin oder Vertragsarzt an einem HzV-Vertrag teilnehmen." Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, fordert, die Krankenkassen von der gesetzlichen Vorgabe, die HzV anbieten zu müssen, zu befreien. "Solche Angebote sollten eine freiwillige Leistung der Kassen sein", so Ballast. System muss verbindlicher werden Eine Empfehlung, die HzV als Vorbild für das geplante Primärarztmodell heranzuziehen, spricht Schreyögg folglich nicht aus. Stattdessen fordert er eine strengere Durchsetzung der Regeln. "Mehr Verbindlichkeit in der Steuerung führt zu besserer Versorgung", fordert der Hamburger Professor. Wer sich derzeit in der HzR nicht an die Abmachungen hält und mit seinen gesundheitlichen Beschwerden direkt den Facharzt aufsucht, muss kaum Konsequenzen befürchten. Wie das Primärarztsystem letztlich aussehen soll, steht noch nicht fest: Ein Gesetzesentwurf steht noch aus. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hatte sich in der Vergangenheit aber für eine Facharztgebühr ausgesprochen. Diese müsste gezahlt werden, "wenn jemand ohne Überweisung direkt zum Facharzt geht und sich nicht an den vorgegebenen Pfad hält", sagte Warken der "Welt am Sonntag". Auch Techniker-Vorstand Ballast spricht sich gegen das bestehende HzV-System aus, das ineffizient sei. Stattdessen brauche es ein einheitliches Primärversorgungssystem mit einer verbindlichen digitalen Ersteinschätzung als erster Anlaufstelle. Diese lege zukünftig fest, was für die Patienten am besten sei: der direkte Besuch beim Facharzt, ein Termin beim Hausarzt – oder einfach nur Bettruhe.



Moscow.media
Частные объявления сегодня





Rss.plus
















Музыкальные новости




























Спорт в России и мире

Новости спорта


Новости тенниса