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Geschichte: Destillierkolben auf Burg Gnandstein gefunden

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Das Gefäß befand sich unter grün glasierte Bodenfliesen aus dem frühen 16. Jahrhundert. Was wurde damit gemacht?

Auf Burg Gnandstein könnten einst Alchemisten am Werk gewesen sein. Bei Baumaßnahmen sei ein kolbenförmiges Gefäß mit drei Standfüßen und einem geraden, steilen Hals aus dem 15. oder 16. Jahrhundert gefunden worden, teilte das Landesamt für Archäologie mit. Von außen teilweise grün und im Inneren gelb glasiert handle es sich um einen Destillierkolben. 

Die Burganlage im Landkreis Leipzig soll den Angaben nach im 13. Jahrhundert entstanden sein. Immer wieder sind dort in den vergangenen Jahren Bauarbeiten notwendig gewesen, zuletzt unter anderem im Westflügel und Bettenhaus. 

Obwohl Alchemie nicht selten mit Goldmacherei oder Scharlatanerie gleichgesetzt wird, seien im Mittelalter und in der frühen Neuzeit auch Phänomene und Naturwissenschaften untersucht worden. Sie habe damals auch im Berg- und Hüttenwesen Verwendung gefunden. Ebenso seien Mineralsäuren wie Schwefelsäure oder Salpetersäure im Destillationsverfahren hergestellt worden, aber auch Extrakte beispielsweise aus Kräutern, Blättern, Samen und Früchten. Außerdem gab es Destillation von Wein zu Branntwein. 

Nach der Destillation wurden Drogen aller Art zugegeben, um vermeintlich heilende Tinkturen herzustellen. Besonders für dieses Verfahren habe man den Experten nach vorwiegend Glas- oder Keramikgefäße genutzt, da man annahm, dass Metallgefäße Giftstoffe freisetzen. Im gefundenen Destillationskolben konnten jedoch keine Rückstände gefunden werden. Deshalb kann den Angaben nach über die Art der Destillation mit diesem Gefäß nur spekuliert werden.




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