DFB-Team: Leroy Sané für die Startelf nach WM-Aus von Lennart Karl?
Einen Tag vor der WM-Generalprobe gegen die USA ereilt das DFB-Team eine Hiobsbotschaft. Der Bundestrainer ist zum Handeln gezwungen – und könnte auf einen viel kritisierten Star setzen. Aus Chicago berichtet William Laing Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft in Nord- und Mittelamerika einen herben Rückschlag verkraften. Senkrechtstarter Lennart Karl hat sich im Abschlusstraining vor der WM-Generalprobe gegen die USA (ab 19.30 Uhr im Liveticker bei t-online) schwerer verletzt. Der Muskelbündelriss im linken vorderen Oberschenkel bedeutet für den Bayern-Star das Turnier-Aus, wie der DFB bestätigte. Für Julian Nagelsmann eine überaus bittere Nachricht. Der Bundestrainer hatte Karl im jüngsten Testspiel gegen Finnland (4:0) bei dessen dritten Einsatz für die A-Nationalmannschaft erstmals von Anfang an aufgeboten. Dabei wusste der gerade einmal 18-Jährige auf der rechten Außenbahn mit einem quirligen Auftritt zu überzeugen. So war er im ersten Durchgang gar der auffälligste deutsche Akteur, legte im zweiten Abschnitt dann mustergültig das 3:0 durch Deniz Undav auf. Nagelsmann schien mit Karl nach dem Ausfall von Serge Gnabry für die WM seinen dritten Mann neben den Top-Stars Florian Wirtz und Jamal Musiala gefunden zu haben. Doch nun muss der Bundestrainer hinsichtlich seiner Offensive für das Turnier kreativ werden. Optionen hat er jedoch einige. Musiala kann auch rechts spielen – genauso wie Havertz Nachnominiert hat Nagelsmann zunächst einmal Assan Ouédraogo. Der Leipziger ersetzt Karl damit auf dem Papier, ist aber kein klassischer Außenbahnspieler. Zwar kann der 20-Jährige auch diese Position bekleiden, ist aber vor allem im zentralen Mittelfeld beheimatet und damit vom Profil her nicht vollkommen deckungsgleich mit Karl, obgleich er wie dieser auch im Zentrum den offensiven Part übernehmen kann. Möglich wäre aber beispielsweise, dass Jamal Musiala aus der Mitte auf die rechte Seite rückt. Dort hat der Bayern-Akteur bereits einige Partien im DFB-Dress absolviert, unter anderem bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren. Durch diesen Schachzug wäre dann der Platz im Zentrum frei – für Ouédraogo, aber auch für Spieler wie Leon Goretzka oder sogar Nick Woltemade . Der gelernte Stürmer hat in der vergangenen Saison für Newcastle mehrfach im offensiven Mittelfeld gespielt. Auch Nadiem Amiri hat Erfahrung auf dieser Position. Eine Einsatzgarantie gegen die USA hat Nagelsmann derweil bereits Vizekapitän Kai Havertz ausgesprochen. Dass er in der Startelf steht, gilt als wahrscheinlich. Eigentlich soll Havertz als Sturmspitze auf dem Platz stehen. Doch der Arsenal-Profi kann eben auch die rechte Außenbahn beackern und im offensiven Mittelfeld die Fäden ziehen. Möglich ist also auch, dass Nagelsmann mit Blick auf die WM Havertz doch ein wenig zurückzieht. Denn mit dem sich aktuell in Topform befindenden Deniz Undav sowie dem in der Qualifikation treffsicheren Woltemade hätte der Bundestrainer an vorderster Front zwei Alternativen. Spült Karls WM-Aus Sané zurück in die erste Elf? Karl positionsgetreu zu ersetzen, ist für Nagelsmann ebenfalls möglich. So könnte er beispielsweise auf die Dienste von Jamie Leweling zurückgreifen. Der Stuttgarter ist vornehmlich auf der rechten Außenbahn beheimatet, besticht durch sein hohes Tempo und ist für sein starkes Durchsetzungsvermögen in Eins-gegen-Eins-Duellen bekannt. Karls Ausfall lässt aber vor allem auch die Tür für Leroy Sané in puncto WM-Startelf unverhofft wieder aufgehen. Der 30-Jährige war gegen Finnland für den 1,68 Meter großen Techniker lediglich eingewechselt worden. Sané schien auf eine Rolle als Reservist beim Turnier zuzusteuern. Karls Verletzung könnte ihn nun aber wieder in die Anfangsformation spülen. Für den erfahrenen Sané, der öffentlich aufgrund fehlender Konstanz in seinen Leistungen regelmäßig kritisiert wird, spricht dabei in erster Linie seine Polyvalenz in der Offensive. Der Galatasaray-Star kann im Angriff sowohl links als auch rechts wirbeln. Vereinzelt hat Sané aber auch schon im offensiven Mittelfeld gespielt, beispielsweise in den Nations-League-Viertelfinalpartien gegen Italien im März 2025. Seine Chancen auf mehr WM-Spielzeit dürfte dieser Umstand nach dem Karl-Aus zusätzlich steigern.