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54. Prozesstag: Zeuge im Block-Prozess: Wollte zwischen Eltern vermitteln

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Ein Kinderpsychologe hat Christina Block, die keinen Kontakt zu ihren Kindern in Dänemark hatte, oft beraten. Er berichtet im Prozess, wie er die verfeindeten Eltern an einen Tisch bringen wollte.

Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat ein Kinderpsychologe als Zeuge berichtet, wie er seine Aufgabe in dem eskalierten Sorgerechtsstreit sah. Er habe zwischen den verfeindeten Eltern vermitteln und sie an einen Tisch bringen wollen, sagte der 54-Jährige. Dazu habe er mehrmals Gespräche mit dem Familienanwalt des Ex-Mannes, Gerd Uecker, geführt, denn er habe den Juristen schon lange gekannt. Jedoch habe man keine gemeinsame Lösung gefunden.

Der Zeuge setzte am 54. Prozesstag seine Aussage fort, die er bereits im Januar begonnen hatte. Der Psychologe ist nach eigenen Worten auf die Beratung von „Trennungseltern“ spezialisiert. Er arbeitete in den Jahren vor der Tat für die Angeklagte Christina Block, nachdem ihr Ex-Mann Stephan Hensel die beiden jüngsten Kinder nach einem Wochenendbesuch im August 2021 in Dänemark nicht zurück nach Hamburg gebracht hatte.

Christina Block bestreitet Vorwürfe

Christina Block, Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, soll nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit die Entführung ihres damals zehn Jahre alten Sohnes und ihrer 13-jährigen Tochter aus Dänemark in Auftrag gegeben haben. Sie bestreitet das. Eine israelische Sicherheitsfirma, die die Kinder in der Silvesternacht 2023/2024 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll, habe auf eigene Faust gehandelt, hatte sie erklärt.

Es gibt noch sechs weitere Angeklagte. Einer ist Blocks Lebensgefährte, Ex-Sportmoderator Gerhard Delling. Er muss sich wegen Beihilfe verantworten und betont, nichts Unrechtes getan zu haben.

Der Vater erhebt Gewaltvorwürfe gegen die Mutter und erklärt, die Kinder wollten keinen Kontakt mehr zu ihr. Block bestreitet die Anschuldigungen und wirft ihrem Ex-Partner wiederum vor, die Kinder manipuliert zu haben. Der Zeuge berichtete, er habe Frau Block als Experte mehrfach Auskunft gegeben, welche gesundheitlichen Folgen der plötzliche Kontaktabbruch zu ihr für die Kinder haben könnte.

Der Kinderpsychologe widersprach einer Aussage der entführten Tochter, die sie laut Staatsanwaltschaft bei den Ermittlern gemacht hatte. Ob sich das Mädchen Anfang Januar im Hamburger Wohnhaus von Christina Block sein Telefon habe leihen wollen, um ihren Vater anzurufen, fragte die Staatsanwaltschaft den Zeugen. Der 54-Jährige antwortete, das habe so nicht stattgefunden.

Der Junge und das Mädchen hätten bei seinen zwei Besuchen nicht mit ihm sprechen wollen. Er habe gefragt, ob er etwas für sie tun könne und die damals 13-Jährige habe nur geantwortet: „Naja, nach Dänemark kannst Du uns wohl nicht zurückfahren“, erinnerte sich der Psychologe aus Bremen.

„Stimmung gegen die Kammer machen?“

Blocks Verteidiger Ingo Bott fragte den Zeugen lange nach seinen fachlichen Stellungnahmen, die er einst im Auftrag von Christina Block geschrieben hatte. Dabei kam es zum Streit zwischen Bott und der Vorsitzenden Richterin, Isabel Hildebrandt. Der Anwalt sorgte sich, die Kammer folge seinen Ausführungen nicht aufmerksam, „der Blick scheint ins Leere zu gehen“. Hildebrandt entgegnete verärgert, ob es sein könne, dass er Stimmung gegen die Kammer machen wolle.

Der Psychologe berichtete weiter, was ihm von der Familie über den Ex-Mann erzählt worden war. „Herr Hensel wurde beschrieben als aggressiver Ich-Durchsetzer“, sagte der Zeuge. Er habe die Kinder einbehalten ohne die Möglichkeit, Brücken zu bauen.

Der Anwalt des Nebenklägers Hensel, Philip von der Meden, betonte dagegen, sein Mandant habe die Mutter nie von den Kindern fernhalten wollen. Im Januar hatte von der Meden im Gerichtssaal mit einer Äußerung über den Psychologen für Aufregung gesorgt: „Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat.“

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Dann können die Verteidiger Stellungnahmen abgeben zur kürzlich erfolgten Zeugenaussage der mutmaßlichen Entführerin „Olga“.




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