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Großbritannien: Burnham gewinnt Wahl – fordert er jetzt Starmer heraus?

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Andy Burnham hat die Nachwahl in Makerfield gewonnen. Mit seinem Einzug ins britische Parlament dürfte es für Premierminister Starmer eng werden. Mit einer deutlichen Mehrheit hat der Kandidat der Labour-Partei, Andy Burnham, eine Nachwahl in Makerfield, einer Stadt zwischen Liverpool und Manchester, gewonnen. Der Bürgermeister von Manchester gilt als parteiinterner Konkurrent von Premierminister Keir Starmer und könnte ihn stürzen. Burnham erreichte 24.927 Stimmen, Robert Kenyon von der Reform-Partei landete mit 15.696 Stimmen auf Platz zwei. Um Starmer um den Parteivorsitz bei Labour herausfordern zu können, benötigt ein Kandidat in Großbritannien einen Sitz im Unterhaus. Den hatte Burnham bereits zwischen 2001 und 2017 inne, bevor er im Mai 2017 zum ersten Mal zum Bürgermeister des Großraums Manchester gewählt worden war. Mit seiner Wahl kann er jetzt eine Führungswahl erzwingen. Beobachtern zufolge könnte er ohne Probleme auf die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten kommen, die für ein Duell mit Starmer nötig wären. In Großbritannien wird der Parteivorsitzende der Mehrheitspartei automatisch Premierminister. Er braucht dann aber noch die Unterstützung von fünf Prozent der Ortsgruppen, verbundenen Organisationen und Gewerkschaften. Der Wahlkreis Makerfield mit seinen 76.000 Wahlberechtigten galt lange Zeit als Labour-Hochburg. Bei der letzten Unterhaus-Wahl im Jahr 2024 war der sozialdemokratische Kandidat allerdings nur knapp vor dem rechtspopulistischen Kandidaten gelandet. Britische Regierung wackelt: Seine Wahl könnte alles verändern "Im freien Fall": Entscheidung um Premierminister Starmer Starmer, der im Juli 2024 ins Amt gewählt worden war, hatte zuletzt mit mehreren Affären und einer empfindlichen Niederlage seiner Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai zu kämpfen. Während seine Umfragewerte zuletzt abgestürzt sind, gilt Burnham als einer der beliebtesten Politiker Großbritanniens. Der Premier steht spätestens nach mehreren Rücktritten aus seiner Regierung massiv unter Druck. In der Labour-Fraktion wächst die Nervosität, ob Starmer die Partei noch in die nächste Wahl führen kann. Burnham gilt vielen als mögliche Alternative: volksnah, regierungserfahren und im Norden Englands stark verankert. Zugespitzt hatte sich die Lage insbesondere durch die herben Verluste für Labour bei den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales Anfang Mai zugunsten von Reform. Einen Rücktritt oder zumindest die Ausarbeitung eines Zeitplans für einen geregelten Rückzug hat Starmer aber bislang ausgeschlossen. Der Premier verwies immer wieder auf seinen großen Wahlsieg im Sommer 2024 und den Auftrag, das Land aus der Krise zu führen. Die Führungswahl wäre allerdings nicht innerhalb weniger Tage erledigt, sollte Starmer nicht zurücktreten. Sollte es zu einem parteiinternen Wahlkampf kommen, spielt das Labour-Chaos vor allem auch den Gegnern im Parlament in die Karten. Reform, die Partei von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage, macht seit Monaten Stimmung gegen die Regierung. Farage selbst hat kein Geheimnis daraus gemacht, selbst Premierminister werden zu wollen. Die nächste reguläre Unterhauswahl ist erst für 2029 vorgesehen. Burnham kommt aus Arbeiterstadt Burnham wird im Gegensatz zu Starmer dem linken Flügel seiner Partei zugerechnet. So hat er als Bürgermeister des Großraums Manchester mit 2,8 Millionen Einwohnern für einen Ausbau des Nahverkehrs gesorgt. Zu den Prioritäten des 56-Jährigen, der sich selbst als Vertreter eines "wirtschaftsfreundlichen Sozialismus'" beschreibt, gehörten darüber hinaus der Wohnungsbau und die Gesundheitsversorgung. Der Politiker wurde 1970 in Aintree bei Liverpool geboren und wuchs im Dorf Culcheth auf. Sein Vater arbeitete als Kommunikationstechniker, seine Mutter als Arzthelferin. Mit 14 trat er in die Labour-Partei ein; später sagte er, der Bergarbeiterstreik 1984/85 habe ihn politisch "radikalisiert". In Cambridge studierte er Anglistik und berichtete später, er habe sich dort wegen seiner Herkunft mitunter wie ein "Hochstapler" gefühlt. In den 1990er Jahren zog es ihn nach eigenen Schilderungen in die "Manchester"-Musikszene. Über diese Zeit sagte er 2023 dem "Daily Telegraph": "Ich war voll und ganz dabei – mit Anglerhut, Schlaghosen und der ganzen Kluft". Burnham ist verheiratet und hat drei Kinder. Auf den rechten Oberarm hat sich Burnham eine Arbeiterbiene tätowieren lassen, das Symbol Manchesters. Es steht für den harten Fleiß der früheren Bergarbeiter, aber auch für die Solidarität nach dem Terroranschlag in der Manchester Arena 2017.



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