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Stephen Feinberg: Milliardär mit mehr Macht im Pentagon als Pete Hegseth

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Er tritt nicht öffentlich auf und gibt keine Interviews. Dennoch soll Stephen Feinberg im US-Verteidigungsministerium über Milliarden entscheiden und mehr Macht als Pete Hegseth besitzen. Kaum jemand kennt den Mann, der im Pentagon von Donald Trump offenbar großen Einfluss hat. Stephen Feinberg ist seit März 2025 Vize-Verteidigungsminister der USA – und damit die Nummer zwei im Ministerium hinter Verteidigungsminister Pete Hegseth . In dieser Rolle ist der 66-Jährige für einen Apparat mit enormem Budget, Hunderttausenden Beschäftigten und einem der wichtigsten Beschaffungssysteme der Welt mitverantwortlich. Feinberg meidet die Öffentlichkeit seit Jahren, im Amt noch stärker als zuvor. Seit seiner Anhörung im Senat hat er laut einem Bericht des "Guardian" vor keinem Ausschuss des Kongresses ausgesagt, keine Pressekonferenz gegeben und kein Interview geführt. Sein Pressesprecher verließ demnach wenige Monate nach Feinbergs Amtsantritt die Regierung und wurde nicht ersetzt. USA warnen Nato-Partner: Truppenpräsenz kommt auf Prüfstand Rede von Pete Hegseth zum D-Day: Die Schande von Omaha Beach Während Hegseth häufig öffentlich auftritt und soziale Medien nutzt, bleibt Feinberg im Hintergrund. Mehrere Personen aus dem Kongress, dem Pentagon und der Rüstungsbranche beschreiben ihn dem "Guardian" zufolge dennoch als entscheidenden Machtfaktor im Ministerium. "Alles dreht sich um Feinberg", sagte ein erfahrener Pentagon-Beamter der Zeitung. Ein Finanzier, der mit Feinbergs Arbeit im Ministerium vertraut ist, sagte: "Ich glaube nicht, dass dort irgendetwas passiert, woran er keinen Anteil hat." Cerberus-Leute im Ministerium Feinberg kontrolliert dem Bericht zufolge zentrale Teile des Beschaffungsapparats des Pentagon. Dort entscheidet sich, welche Unternehmen Aufträge erhalten und wie die USA ihre militärische Industrie stärken. Unterstützer wie Kritiker sagen demnach, Feinberg habe alte Regeln der Waffenbeschaffung aufgebrochen und dem Ministerium eine neue Rolle als Investor gegeben. Feinberg kommt aus der Finanzbranche und führte über 34 Jahre das Private-Equity-Unternehmen Cerberus. Und für seine neue Rolle hat Feinberg mehrere frühere oder aktuelle Manager von Cerberus ins Verteidigungsministerium geholt. Ein Pentagon-Mitarbeiter sagte dem "Guardian": "In seinem Kopf sind die qualifiziertesten Leute die, die seit zehn Jahren für ihn arbeiten." Feinberg hatte Cerberus 1992 gegründet und über Jahrzehnte geführt. Der Finanzinvestor war in vielen Branchen aktiv, darunter auch in Bereichen, die für das Pentagon wichtig sind. Cerberus besitzt etwa Stratolaunch, ein Unternehmen für Hyperschall-Tests, das im Januar einen Pentagon-Auftrag über 90,8 Millionen Dollar erhielt. Außerdem übernahm Cerberus vor der Wahl Donald Trumps 2024 die Kontrolle über M1 Support Services, einen Dienstleister für Training und Operationen des US-Militärs. Kritik an möglichen Interessenkonflikten Feinberg erklärte Anfang 2025, er werde seine Anteile an Cerberus und verbundenen Fonds vollständig abgeben, sobald er in die Regierung eintrete. Im März 2025 bestätigte er laut "Guardian" diese Trennung. Ein Cerberus-Sprecher sagte der Zeitung, Feinberg sei nicht mehr an Cerberus beteiligt und habe keine Rolle im Geschäft des Unternehmens oder seiner Beteiligungen. Kritiker halten die Verbindungen dennoch für problematisch. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren schrieb im April in einem Brief an Feinberg, die Vergabe von Aufträgen an mit Cerberus verbundene Firmen werfe "ernsthafte Bedenken wegen Interessenkonflikten" auf. Sie verwies demnach auch auf Unternehmen mit Cerberus-Bezug, die Aufträge im Zusammenhang mit dem Raketenabwehrsystem "Golden Dome" erhalten hätten. Das Pentagon weist die Vorwürfe zurück. Sprecher Sean Parnell nannte Feinberg dem "Guardian" zufolge "einen Mann von Integrität" und erklärte, es gebe keine Interessenkonflikte mit Cerberus. Das Ministerium verfüge über ein strenges Ethiksystem mit Finanzprüfungen, Veräußerungen und Schutzmechanismen gegen Interessenkonflikte. Besonders sensibel ist die neue Rolle des Pentagon als direkter Investor. Feinberg und seine Vertrauten können dem Bericht zufolge über Einheiten wie die "Economic Defense Unit" und das "Office of Strategic Capital" Milliarden in kritische Infrastruktur, Rohstoffe und strategische Industrien lenken – nicht nur über klassische Aufträge, sondern auch über Kredite und Beteiligungen. Das Office of Strategic Capital genehmigte demnach im vergangenen Jahr einen Kredit über 620 Millionen Dollar an Vulcan Elements, an dem Donald Trump Jr. beteiligt sein soll. Ein früherer Pentagon-Mitarbeiter sagte dem "Guardian" über die Entscheidungswege: "Alles hängt von Feinbergs Laune ab." Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Konzentration von Macht und Verbindungen: Es habe zwar schon früher Drehtüren zwischen Pentagon und Industrie gegeben, sagte ein ehemaliger Militärvertreter – aber noch nie eine solche Konzentration in den Händen eines einzigen Unternehmensumfelds.



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