Weil Südkorea mit einem blutleeren Auftritt Platz zwei in seiner Gruppe verspielte, musste sich Trainer Myung-bo Hong kritische Fragen gefallen lassen. Eine hingegen mutete kurios an. Südkorea hat durch die 0:1-Niederlage gegen Südafrika den direkten Einzug ins WM-Achtelfinale leichtfertig verspielt. Ein Unentschieden hätte zu Gruppenplatz zwei gereicht. Stattdessen ist Südkorea nun auf die Ergebnisse der anderen Gruppen angewiesen. Mit einem Sieg und zwei Niederlagen (3 Punkte) belegt das Team hinter Mexiko (9 Punkte) und Südafrika (4 Punkte) nur den dritten Platz und muss hoffen, als einer der acht besten Gruppendritten doch noch den Sprung unter die besten 32 Teams zu schaffen. "Von draußen draufhauen": Ex-DFB-Kapitän kritisiert TV-Experten – und lobt Kramer Uli Hoeneß verrät: Bayern-Star steht kurz vor der Vertragsverlängerung Vor allem die Art und Weise, wie Südkorea gegen Außenseiter Südafrika verlor, warf Fragen auf. Vor allem kritische, aber auch eine kuriose. So fragte ein Reporter auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, ob es vor der Partie einen außergewöhnlichen Vorfall wie eine Lebensmittelvergiftung im Team gegeben habe, da die Mannschaft insgesamt ungewöhnlich träge gewirkt habe. Dieser Vermutung widersprach Trainer Myung-bo Hong deutlich: "Auch wenn unsere Leistung zu wünschen übrig ließ, gab es innerhalb unserer Mannschaft absolut nichts dergleichen. Ich möchte das Ergebnis nicht auf solche Gründe zurückführen. Es stimmt, dass wir heute das schlechteste unserer drei WM-Spiele bestritten haben." Sons Bankplatz führt zu Diskussionen Die Verantwortung für die Pleite übernahm der Trainer höchstpersönlich: "Ich könnte mehrere Gründe nennen, aber letztendlich liegt alles beim Trainer. Ich habe die Entscheidungen getroffen und die Einschätzungen vorgenommen." Die größte Diskussion vor dem Anpfiff hatte Hongs Entscheidung, Kapitän Heung-Min Son nicht in die Startelf zu berufen, ausgelöst. Seit der WM 2014 in Brasilien hatte der ehemalige Leverkusener und Hamburger jedes WM-Spiel Südkoreas von Beginn an bestritten. Nun saß er erstmals zunächst auf der Ersatzbank. Hong begründete seine Entscheidung so: "Ich dachte, es wäre besser, Son erst nach den ersten 45 Minuten einzusetzen, wenn der Gegner etwas müde geworden ist und sich mehr Räume auftun würden, anstatt schon in der körperlich anstrengenden ersten Halbzeit." Doch der Plan ging nach hinten los. Nicht die Südafrikaner wurden müde, sondern Hongs Team. Ab Mitte der ersten Halbzeit geriet Südkorea zunehmend unter Druck. In der 63. Minute erzielte Teboho Maseko den entscheidenden Treffer für Südafrika. Die Asiaten hatten nichts mehr entgegenzusetzen – was aber nicht an einer Schwächung durch eine etwaige Lebensmittelvergiftung lag. Sollte Hongs Mannschaft doch noch weiterkommen, trifft die Mannschaft entweder am 30. Juni in Houston auf Deutschland als Sieger der Gruppe E oder am 2. Juli in Seattle auf den Sieger der Gruppe G (Belgien, Iran oder Ägypten).