Fußball-WM: Bellingham widerspricht Tuchel – jetzt schaltet Kane sich ein
Der Haussegen bei den „Three Lions“ gerät unnötigerweise in Schieflage. Ein indirektes Wortduell zwischen Bellingham und Tuchel ist der Grund. Was Kapitän Harry Kane dazu sagt.
Bei den „Thee Lions“ müsste eigentlich alles in bester Ordnung sein: Mit dem 2:1-Sieg gegen Norwegen zog man bei der WM 2026 ins Halbfinale ein. Über das Tor von Jude Bellingham wurde zwar gestritten, im Fußball zählt aber bekanntlich, was am Ende auf der Anzeigetafel steht.
Dennoch hing im Anschluss an die Partie der englische Haussegen etwas schief. Trainer Thomas Tuchel sei nach eigenen Aussagen „überhaupt nicht zufrieden“ mit der Leistung seines Teams gewesen. „Wir waren zu ungenau, haben viele technische Fehler gemacht, waren nicht schnell genug und haben unsere Abläufe nicht konsequent genug umgesetzt. Heute hatten wir das nötige Glück“, sagte der 52-Jährige.
Die kritische Haltung seines Coaches ging wiederum Mittelfeldstar Jude Bellingham gegen den Strich. „Vielleicht weiß er nicht, wie es ist, unter diesen Bedingungen gegen Erling Haaland, Martin Ödegaard, Antonio Nusa und Alexander Sörloth zu spielen“, sagte der Doppeltorschütze, adressiert an Tuchel. Man könne nicht jedes Spiel gewinnen, „indem man den Ball herumspielt und 1000 Pässe spielt – manchmal muss man auch mit harten Mitteln gewinnen, und genau das haben wir heute getan.“
Ein indirektes Wortduell, das angesichts des großen Erfolgs der Engländer eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Jetzt schaltet sich niemand Geringeres als Kapitän Harry Kane in die Debatte ein – und findet schlichtende Worte.
Harry Kane äußert sich nach Tuchel-Bellingham-Debatte
„Er versucht, das Beste aus uns herauszuholen und wir wissen, dass wir noch ein Level besser spielen können. Wir haben das gegen Norwegen nur in Ansätzen gezeigt“, sagte der 32-jährige Stürmer des FC Bayern über Thomas Tuchel. Kane zeigte also mehr Verständnis für die Kritik seines Trainers als Bellingham, der allerdings auch aus der Emotion heraus sprach.
Tuchel hatte seine Aussage auf der Pressekonferenz nach dem Spiel bereits etwas relativiert. Der England-Coach betonte, dass es kein Problem mit der Mannschaft gebe und er sich von Herzen gefreut habe. „Aber in meinem Kopf bin ich auch immer Fußball-Trainer“, sagte er. Und als dieser habe er Dinge gesehen, „wo wir uns das Leben unnötig schwer gemacht haben.“
Das Leben unnötig schwer gemacht haben sich die Engländer nicht nur im Spiel, sondern auch danach. Im Halbfinale am Mittwoch gegen Titelverteidiger Argentinien (21 Uhr, ARD/MagentaTV) braucht es wieder mehr Harmonie.
Immerhin: Tuchel hatte nach dem Viertelfinale neben seiner Kritik die Mentalität seiner Spieler gelobt. Diese könne man „in Flaschen abfüllen und verkaufen“. Mit dem Verkauf sollten die Engländer aber mindestens bis nach dem Spiel gegen die Mentalitätsmonster aus Argentinien warten.
