Gegen die Hitze: Überbordender Luxus auf Megayachten: Im Schneeraum durch die Klimakrise
In der Schneekammer auf der eigenen Yacht entspannen: Für besonders reiche Menschen werden die Hitzewellen dieses Sommers so deutlich erträglicher. Ein zynischer neuer Luxus-Trend.
Wenn draußen Temperaturen herrschen, bei denen viele Menschen ächzen und schwitzen und jede kleine Erfrischung willkommen ist, können einige der reichsten Menschen der Welt sich nun problemlos abkühlen. Geld macht's möglich. Statt Klimaanlagen oder Pools setzen sie mittlerweile auf sogenannte Schneeräume – luxuriöse Kältekammern, in denen Eis, Schnee und teils sogar herabrieselnde Schneeflocken für frostige Temperaturen sorgen.
Bekannt wurden solche Anlagen zuerst auf Superyachten. Nach Angaben der französischen Tageszeitung „Ouest-France“ wurde der erste Schneeraum im Jahr 2011 auf der Yacht „Serene“ installiert. Das Schiff ist knapp 134 Meter lang, wurde ursprünglich für den russischen Milliardär Yuri Shefler gebaut und gehört seit 2015 dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.
Erste Schneekammer entstand in einer Yacht
Wer sich einen solchen Luxus leisten möchte, muss erwartungsgemäß tief in die Tasche greifen: Allein der Einbau kostet umgerechnet rund 114.000 Euro. Inzwischen beschränkt sich der Trend jedoch nicht mehr auf Luxusyachten. Wie das Magazin „Architectural Digest“ berichtet, steigt die Nachfrage nach Schneeräumen in privaten Wohnhäusern. Ein Spezialhersteller aus Texas namens „Spa Butler“ bestätigt das, dort verzeichnete man in diesem Jahr deutlich mehr Anfragen.
Auch auf einigen Kreuzfahrtschiffen gehören die frostigen Räume mittlerweile zum Wellnessangebot. Nach einem heißen Tag sollen die eiskalten Temperaturen bei den wohlhabenden Passagieren für schnelle Erfrischung sorgen – und ein außergewöhnliches Wellnesserlebnis bieten. Für die meisten Menschen bleibt das allerdings ein Luxus, der weit außerhalb ihrer finanziellen Möglichkeiten liegt.
Superreiche tricksen Klimaerwärmung aus
Ein wenig zynisch mutet es schon an: Während sich Superreiche solch kostspielige Rückzugsorte schaffen, leiden viele Menschen weltweit unter immer intensiveren Hitzewellen. Besonders in dicht bebauten Städten steigen die Temperaturen stark an, weil sich Gebäude und Asphalt tagsüber aufheizen und die Wärme nachts nur langsam wieder abgeben. Die gesundheitlichen Folgen sind längst messbar, auch in Deutschland: Laut der „Deutschen Welle“ registrierte das Robert Koch-Institut bis Ende Juni bereits 5120 hitzebedingte Todesfälle.
