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Hitze-Risiko: Warum bis 2050 zwei Drittel der Häuser betroffen sind

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Es wird wieder heiß in Deutschland – nicht zum letzten Mal. Für Hausbesitzer wird das Extremwetter zunehmend zu einem Problem, das vor allem die Immobilienwerte sinken lässt. Ob Hitze, Sturm oder Starkregen : Immobilien sind der Natur unmittelbar ausgesetzt. Welche Klimarisiken dem Gebäudebestand in Deutschland zukünftig besonders zusetzen werden, hat nun das Beratungsunternehmen Wüest Partner zusammen mit dem Softwareunternehmen Climada Technologies untersucht. Die Ergebnisse können dabei maßgeblichen Einfluss auf die Attraktivität der jeweiligen Gebäude und damit auch auf ihren Marktwert haben. Eine zentrale Erkenntnis hierbei: Vor allem das Hitzerisiko steigt in den kommenden Jahren deutlich an. Je nach Entwicklung des Klimas könnten bis 2050 mehr als 68 Prozent der Gebäude hierzulande einem hohen bis sehr hohen Hitzestress ausgesetzt sein – also deutlich höheren Temperaturen als bislang. Zum Vergleich: Im historischen Referenzzeitraum (1985 bis 2014) war noch kein Gebäude hierzulande von einem hohen Hitzerisiko betroffen. Allerdings entfallen die 68 Prozent auf das extremste Szenario, das von einer weiteren Erhöhung des CO2-Ausstoßes ausgeht. Doch auch in anderen Szenarien erhöht sich der Anteil der betroffenen Häuser auf 27,8 bis 37,1 Prozent. Klare Risiko-Schwerpunkte liegen dabei im Rhein-Main-Gebiet sowie in Sachsen. In diesen Regionen steigt das Hitzerisiko Regional konzentriert sich das Hitzestressrisiko auf die mittleren und südlichen Landesteile in Deutschland. Das ist nicht sonderlich überraschend: Süddeutschland verfügt über mehr Sonnenstunden und eine intensivere Sonneneinstrahlung. Langanhaltende Hochdrucklagen, die intensive Hitzewellen begünstigen, treten über Süd- und Mitteleuropa häufiger auf, zudem fehlt der ausgleichende Einfluss der Nordsee . Die Folgen des Hitzestresses: Anhaltend hohe Temperaturen beanspruchen die Bausubstanz und beschleunigen das Altern von Dächern, Fassaden und Dichtungen. Auch der Kühlbedarf steigt, was wiederum die Betriebskosten erhöht und die Gebäudetechnik stärker belastet. In Häusern ohne Klimaanlagen könnte zudem durch die hohen Innenraumtemperaturen der Nutzungskomfort deutlich eingeschränkt werden. Gleichzeitig weisen die Studienautoren darauf hin, dass nicht jedes Haus gleichermaßen vom zunehmenden Hitzerisiko betroffen ist – entscheidend seien der Typ und der bauliche Zustand. Schlecht gedämmte Altbauten, Dachgeschosswohnungen oder Gebäude mit hohem Verglasungsanteil heizen sich deutlich stärker auf als gut gedämmte Neubauten mit wirksamem Sonnenschutz. Diese Unterschiede dürften laut Studienautoren in Zukunft immer stärker ins Gewicht fallen – vor allem monetär: "Überhitzungsanfällige Gebäude könnten an Attraktivität und Marktwert einbüßen." Starkregen: Beinahe jedes zehnte Haus betroffen Auch das Risiko für Starkregen wird für immer mehr Gebäude zunehmen. Waren im historischen Referenzzeitraum gerade einmal 0,4 Prozent von diesem Risiko betroffen, könnte – je nach Szenario – bis 2050 mehr als jedes zehnte Haus (11,3 Prozent) diesem Risiko ausgesetzt sein. Selbst im mittleren Szenario steigt der Anteil der durch Starkregen bedrohten Häuser auf 5,9 Prozent. Waren bislang vor allem Gebäude in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden im südöstlichen Bayern von diesem Risiko betroffen, dürfte es zukünftig nahezu für das gesamte südliche Bayern und Baden-Württemberg gelten. Eine Grenze ziehen die Autoren im extremsten Szenario vom Landkreis Emmendingen an der Grenze Frankreichs bis in den Landkreis Freyung-Grafenau im östlichen Bayern. Grund hierfür sind die Alpen: Feuchte Luft wird dort zum Aufsteigen gezwungen und kühlt sich ab, was besonders häufig kräftige Gewitter mit Starkregen zur Folge hat. Gleichzeitig weisen die Studienautoren darauf hin, dass Starkregen prinzipiell überall auftreten kann – unabhängig davon, ob eine Region als besonders exponiert für Starkregenereignisse gilt. Nicht jedes Haus ist zudem im gleichen Maße betroffen. Entscheidend für das individuelle Risiko sind die örtlichen Gegebenheiten wie Hanglage, Nähe zu kleinen Bächen oder auch der Grad der Versiegelung. Gefahr von klassischem Hochwasser sinkt Gleichzeitig sinkt das Risiko von klassischem Hochwasser. Auch hier liegen die Gründe im Klimawandel : Während kurzzeitige Starkregenereignisse zunehmen, werden lang anhaltende Niederschlagsereignisse seltener. Diese sind der maßgebliche Auslöser für großräumige Flusshochwasser. Auch die Schneespeicher in den Alpen und den Mittelgebirgen gehen mit den steigenden Temperaturen zurück. Sie sind ein maßgeblicher Treiber von Frühlingshochwassern. Doch auch wenn das Risiko eines klassischen Hochwassers abnimmt, gibt es seitens der Studienautoren keine Entwarnung: "Einzelne Extremereignisse bleiben jederzeit möglich." Risse, Löcher, Bodensenkungen: Wer zahlt für Hitzeschäden am Haus? Leitungswasserschäden steigen stark: Darum könnten Gebäudeversicherungen teurer werden Laut Michael Heigl, Direktor bei Wüest Partner, werden Klimarisiken für Hausbesitzer zu einem immer relevanteren Wertfaktor. Wer den Wert seines Gebäudes sichern wolle, müsse frühzeitig Anpassungsmaßnahmen ergreifen, so Heigl. Auswirkungen auf Versicherungsschutz Die sich verändernde Risikolage hat nicht nur Auswirkungen auf den Wert eines Hauses, sondern auch auf seinen Versicherungsschutz. Während Hitzeschäden in der Regel nicht versicherbar sind, können Hochwasser und Starkregen mittels einer Elementarversicherung zusätzlich zur klassischen Wohngebäudeversicherung abgesichert werden. Allerdings ist die Verbreitung noch stark ausbaufähig – laut Gesamtverband der deutschen Versicherer verfügen gerade einmal 57 Prozent aller Hausbesitzer über den entsprechenden Versicherungsschutz. Häufig musste bei großflächigen Flutkatastrophen deshalb der Staat einspringen, um betroffene Hausbesitzer zu entschädigen. Das soll sich in Zukunft ändern. Die Bundesregierung plant die Einführung einer verpflichtenden Elementarversicherung für alle Hausbesitzer. Über deren genaue Ausgestaltung ist jedoch noch nichts bekannt. Laut Aussagen des CDU-Bundestagsabgeordneten Carsten Müller, Vorsitzender des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz, soll die Debatte im federführenden Bundesjustizministerium in der zweiten Hälfte dieses Jahres wieder Fahrt aufnehmen.



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