AWO Bielefeld ist insolvent: 800 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
Die Arbeiterwohlfahrt in Bielefeld ist insolvent. Für 800 Mitarbeiter beginnt eine Phase der Unsicherheit. Der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Bielefeld e. V. (AWO Bielefeld) hat am Dienstag die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, habe das Amtsgericht Bielefeld diese auch schon bestätigt – damit kann sich der soziale Träger mithilfe des Insolvenzgeldes für die Mitarbeitenden an die Sanierung machen. Insgesamt arbeiten 800 Menschen für die AWO in Bielefeld, wie es weiter heißt. Es soll allerdings keine Einschränkungen bei den Angeboten oder Leistungen der AWO geben: "Wir werden den Menschen in unserer Stadt und der Umgebung auch während des Verfahrens weiterhin zuverlässig zur Seite stehen. Wir sind sehr gut organisiert. Unsere Angebote laufen uneingeschränkt weiter. Niemand muss sich Sorgen machen", betonen die Vorstandsmitglieder Kirsten Hopster und Markus Wrobbel. Kosten für soziale Träger steigen Hintergründe der Insolvenz sind die gestiegenen Kosten etwa für Energie, Lebensmittel sowie Lohn- und Arbeitskosten. Im sozialen Bereich brauche es aber oft viele Wochen oder Monate, bis sich eine erbrachte Leistung refinanziert. "Die daraus resultierende Vorfinanzierungslast und die damit verbundenen Liquiditätslücken haben die AWO Bielefeld wirtschaftlich erheblich belastet", heißt es in der Mitteilung weiter. In der jüngeren Vergangenheit ist es immer wieder zu Insolvenzen bei der Arbeiterwohlfahrt gekommen. Vor zwei Jahren war schon der Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe insolvent und konnte erfolgreich saniert werden. Auch der Kreisverband Verden ging im März 2026 in die Insolvenz, ebenso die AWO Hof in Bayern im Jahr 2025.