Verkehrsminister will Bahnmanagern Boni kürzen
Bahnmanager sollen bald weniger Geld bekommen, wenn es Verspätungen gibt. Verkehrsminister Steffen Bilger nennt eine Richtzahl. Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will mit neuen Gehaltsregelungen für Bahnmanager die Zahl der verspäteten Züge verringern. "Ich will, dass wir eine spürbare Verbesserung bei der Bahn erreichen, was die Pünktlichkeit anbelangt. Die bisherigen Werte sind völlig unzureichend", sagte Bilger der "Bild am Sonntag". "Es wird sich konkret auf die Bonuszahlungen von Bahnmanagern auswirken, wenn die Ziele, die der Bund vorgibt, nicht eingehalten werden." Im Rahmen einer geplanten Vereinbarung mit der Bahn über die Infrastrukturmittel des Bundes sollten dem Management entsprechende Ziele vorgegeben werden. Vollständige Pünktlichkeit hält Bilger nach eigenen Angaben bis auf weiteres für unrealistisch. "100 Prozent wird es absehbar nicht geben", sagte der CDU-Politiker der Zeitung der Vorabmeldung zufolge. Im Fokus stehe der Fernverkehr. "Vereinbart mit der Bahn ist aktuell bis 2029 im Fernverkehr 70 Prozent." Von den Fernverkehrszügen seien im ersten Halbjahr etwa 60 Prozent pünktlich gewesen, in den heißen Sommermonaten allerdings noch weniger. Niedrigwasser: Grüne und Linke kritisieren Bundesregierung Bauarbeiten: Züge zwischen Stuttgart und Tübingen fallen wochenlang aus Bilger hatte bei einer Kabinettsumbildung Ende Juli Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) abgelöst. Nur jeder vierte Zug auf neuer Strecke pünktlich Auf der frisch sanierten Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin war zuletzt nur jeder vierte Zug pünktlich. Von Mitte Juni bis Mitte Juli kamen gerade 25,8 Prozent aller Fernzüge pünktlich ans Ziel, bestätigte die Deutsche Bahn . Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. Grund für die Verspätungen sind demnach andauernde Restarbeiten an der mit Milliarden sanierten Bahnstrecke, die Züge wiederholt ausbremsten. Die Pünktlichkeitswerte sanken damit den Angaben zufolge von einem ohnehin schon schlechten Ausgangswert von 49,6 Prozent noch einmal drastisch ab. Die Trasse war zuvor zur Instandsetzung zehn Monate voll gesperrt, 2,7 Milliarden Euro wurden dabei investiert. Die rund 280 Kilometer lange Strecke wurde von August 2025 bis Juni 2026 einer Generalsanierung unterzogen. Während der Sanierung wurden unter anderem 165 Kilometer Gleise und fast 250 Weichen erneuert sowie 28 Bahnhöfe modernisiert. Die Gesamtkosten lagen deutlich über den ursprünglich veranschlagten 2,2 Milliarden Euro. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte auf Nachfrage, in den nächsten Wochen würden Softwareupdates in den Stellwerken Nauen und Büchen spürbare Verbesserungen bringen.