Ausflugstipp ab Dortmund könnte deutsches Naturwunder werden
Vier mächtige Felsen ragen bei Olsberg aus den Wäldern des Sauerlands. Die gewaltigen Steine stehen nun bei einer bundesweiten Wahl zur Abstimmung. Zwischen Buchenwäldern und den Höhen des Rothaargebirges ragen plötzlich gewaltige Felsen aus der Landschaft. Bornstein, Ravenstein, Goldstein und Feldstein bilden zusammen die Bruchhauser Steine bei Olsberg im Hochsauerland. Die Felsformation gehört zu den markantesten Natursehenswürdigkeiten Nordrhein-Westfalens. Von Dortmund aus ist Olsberg mit dem Auto laut ADAC rund 91 Kilometer entfernt. Für die Fahrt werden ohne größere Verzögerungen etwa eine Stunde und zehn Minuten veranschlagt. Die Bruchhauser Steine liegen im Olsberger Ortsteil Bruchhausen. Aktuell bekommt das Ausflugsziel besondere Aufmerksamkeit: Die Bruchhauser Steine stehen zur Wahl zum "Naturwunder des Jahres 2026". Die Publikumsabstimmung der Heinz Sielmann Stiftung und des Deutschen Wanderverbands läuft seit dem 10. August und endet am 27. September. Neun Naturphänomene aus Deutschland treten gegeneinander an. Die Bruchhauser Steine sind der einzige Kandidat aus Nordrhein-Westfalen. Nur einer der vier Felsen darf bestiegen werden Die vier Felsen auf dem Istenberg sind vulkanischen Ursprungs und entstanden vor Hunderten Millionen Jahren. Der größte von ihnen ist der Bornstein, der bis zu 92 Meter aus seiner Umgebung herausragt. Der Ravenstein erreicht 72 Meter, der Goldstein 60 Meter. Der Feldstein ist mit 45 Metern zwar deutlich niedriger, liegt aber höher am Berg und bildet mit 756 Metern über dem Meeresspiegel den höchsten Punkt des Istenbergs. Für Ausflügler ist vor allem der Feldstein interessant: Er ist der einzige der vier Felsen, der öffentlich bestiegen werden darf. Eine in den Fels gearbeitete Treppe führt hinauf. Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind für den Aufstieg erforderlich. Bei guter Sicht reicht der Blick vom Gipfel über das Sauerland hinaus bis ins Münsterland und zum Teutoburger Wald. Die übrigen Felsen bleiben den Besuchern aus Naturschutzgründen verschlossen. Das Gebiet ist Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Unter anderem finden Wanderfalke und Uhu dort Brutplätze. Auch Pflanzen, die als Relikte aus der Eiszeit gelten, kommen an den Felsen vor. Seit 2017 stehen die Bruchhauser Steine als Nationales Naturmonument unter besonderem Schutz. Spuren von Menschen reichen weit zurück Die Felsen sind nicht nur für Naturfreunde interessant. Rund um die Bruchhauser Steine wurden auch Reste einer vorgeschichtlichen Wallanlage entdeckt. Archäologische Funde zeigen, dass der auffällige Ort bereits vor mehr als 2.000 Jahren für Menschen eine besondere Bedeutung hatte. Forscher gehen davon aus, dass das Gelände zeitweise auch als Kultstätte gedient haben könnte. Auch der Dortmunder Alpenverein ist vor Ort Heute führen Wanderwege durch das Gebiet von Fels zu Fels. Ausgangspunkt ist unter anderem das Besucherzentrum der Stiftung Bruchhauser Steine. In der Hauptsaison von März bis Oktober ist das Informationszentrum nach Angaben des Betreibers dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Montags ist grundsätzlich Ruhetag, ausgenommen Feiertage und Ferien in Nordrhein-Westfalen. Witterungsbedingte Änderungen sind möglich. Eine besondere Verbindung nach Dortmund gibt es ebenfalls: Die Dortmunder Sektion des Deutschen Alpenvereins betreibt im Ort Bruchhausen eine eigene Sauerlandhütte. Die Selbstversorgerhütte liegt am südlichen Ortsrand und verfügt über 26 Schlafplätze. Von dort können Wanderer direkt zu Touren rund um die Bruchhauser Steine starten. Ausflug ab Dortmund: So geht es zu den Bruchhauser Steinen Auch ohne Auto ist die Hütte erreichbar. Der Alpenverein empfiehlt die Bahnfahrt nach Olsberg und anschließend den Bus R31 bis zur Haltestelle "Bruchhausen, Zur Schanze". Von dort sind es noch rund 280 Meter zu Fuß bis zur Hütte. Ob die Bruchhauser Steine tatsächlich Deutschlands "Naturwunder des Jahres 2026" werden, entscheiden die Teilnehmer der Online-Abstimmung. Konkurrenz bekommen die Sauerländer Felsen unter anderem von der Teufelsmauer im Harz, den Saalfelder Feengrotten in Thüringen und dem Badberg am Kaiserstuhl.