Absencen bei Jamal Musiala: Er könnte "dauerhafte Therapie" benötigen
Bayern-Star Jamal Musiala geht gegen Leipzig und Heidenheim benommen zu Boden. Er leidet laut eigener Aussage an Absencen. Ärzte ordnen die Krankheit ein. Der Schreck war groß, als Jamal Musiala beim Testspiel des FC Bayern gegen den 1. FC Heidenheim am Dienstagabend kurz nach seiner Einwechslung auf dem Feld zusammensackte. So, wie es wenige Tage zuvor beim Spiel gegen RB Leipzig ebenfalls passiert war. Auf Instagram erklärte der Nationalspieler noch am Abend, dass bei ihm "temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt" wurden. Zwei Ärzte gaben einen weiteren Einblick in die Krankheit. "Aus neurologischer Sicht handelt es sich unter Umständen um einen epileptischen Anfall. Es könnte eine sogenannte Absence-Epilepsie sein, dafür sprechen die Symptome wie kurzzeitige Abwesenheit", erklärte Prof. Christoph Kleinschnitz, Chef der Neurologie der Uniklinik Essen, im Gespräch mit der "Bild". Er betonte aber auch: "Dazu müsste man alle neurologischen Untersuchungsbefunde kennen." Jamal Musiala leidet an Absencen: Eine oftmals falsch eingeschätzte Krankheit Nach Musiala-Schock: FC Bayern dreht Spiel bei Absteiger Sollte der Arzt mit seiner Ferndiagnose richtig liegen, könnte er Musiala Entwarnung geben. "Das ist gut behandelbar", sagte Prof. Kleinschnitz. Er schob allerdings nach, dass die Krankheit "eine dauerhafte Therapie erfordern" würde. "Fußball spielen könnte Musiala weiterhin." In anderen Sportarten sind Absencen lebensgefährlich Medizinjournalist Dr. Christoph Specht schätzte die Lage im Gespräch mit n-tv unter Einschränkung einer Ferndiagnose ähnlich ein. "Es ist gut behandelbar, es gibt Medikamente", erklärte er. Dabei machte der Arzt Musiala Hoffnung, dass er nicht dauerhaft auf in Behandlung bleiben muss: "Wenn man diese Medikamente nimmt, kann man nach einiger Zeit der Anfallsfreiheit auch mal einen Auslassversuch machen." In der Natur des Spiels liegt womöglich einer der Auslöser für die Absencen bei Musiala. "Getriggert wird das gerne durch emotionalen Stress, Anstrengung und Hitze", erklärte Dr. Specht. Für die Fußballkarriere des deutschen Nationalspielers sieht der Arzt dennoch keine Einschränkung. Anders sähe es bei Formel-1-Fahrern oder Bergsteigern aus. "Das wären dann große Gefahren. Aber auf dem Fußballfeld kann nicht so schrecklich viel passieren."