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Sozialistin gewinnt überraschend bei Vorwahl der US-Demokraten

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Bei den US-Demokraten hat es einen weiteren Sieg der Linken bei den Vorwahlen gegeben. Angie Nixon setzt auf Bürgernähe statt Werbemillionen. Bei der Kongress-Vorwahl der US-Demokraten hat eine weitere Vertreterin des linken Flügels ihren parteiinternen Herausforderer ausgestochen. Die Abgeordnete Angie Nixon setzte sich am Dienstag im US-Bundesstaat Florida überraschend gegen den zuvor als klarer Favorit geltenden Sicherheitsexperten Alexander Vindman durch. Das Ergebnis gilt als eine der größten Überraschungen der parteiinternen Vorausscheide zu den Zwischenwahlen im November. Nixon gewann, obwohl sie lediglich 975,000 Dollar in der Wahlkampfkasse hatte, während Vindman 16,3 Millionen Dollar aufbringen konnte. Der Ex-Offizier sicherte Nixon nach seiner Niederlage seine Unterstützung zu. Nixon ist Mitglied der Democratic Socialists of America (DSA) und wird von prominenten linken Politikern der Demokratischen Partei unterstützt. Sie ist seit 2020 Mitglied des Repräsentantenhauses von Florida und vertritt dort den Wahlkreis 13, der Teile von Duval County und Jacksonville umfasst. Ihre aktuelle Legislaturperiode endet im November 2026. Politisch setzte sie auf eine progressive, bürgernahe Kampagne mit dem Schwerpunkt auf der wirtschaftlichen Entlastung der Bevölkerung. Zu ihren zentralen politischen Zielen zählen ein allgemeines Krankenversicherungssystem nach dem Vorbild von Medicare for All, ein erweiterter Zugang zu Kinderbetreuung , Maßnahmen gegen überhöhte Preise durch Konzerne sowie ein nationaler Mietenstopp. Mehrere linke Kandidaten setzten sich bereits durch Mit dem Sieg in Florida hat damit erneut eine Sozialistin das Establishment der Demokraten erschüttert. In New York , das von dem bekennenden Sozialisten Zohran Mamdani regiert wird, gewannen bereits die progressiven Claire Valdez, Brad Lander und Darializa Avila Chevalier die Vorausscheidungen gegen gemäßigte Demokraten. In Minnesota waren es Ilhan Omar und Peggy Flanagan, in Colorado setzte sich Melat Kiros gegen die bisherige demokratische Abgeordnete durch. Weitere erfolgreiche Linke bei den Vorwahlen der Demokraten waren Frederick Haynes aus Texas , Chris Rabb aus Pennsylvania , Angela Gonzales‑Torres und Mai Vang aus Kalifornien und Adam Hamawy aus New Jersey. Die linke Demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez , Spitzname "AOC", gilt bereits als mögliche Kandidatin um das Präsidentenamt. Bei der Richtungswahl in Florida ging es darum, wer für die Demokraten bei den Kongresswahlen am 3. November für einen begehrten Senatssitz in Washington kandidieren kann. Bei den Zwischenwahlen zum Kongress in der Mitte von Trumps zweiter Amtszeit wollen die Demokraten das Repräsentantenhaus und nach Möglichkeit auch den Senat von den Republikanern zurückerobern. Sanders: Die Progressiven bieten reale Lösungen Für Bernie Sanders , eine der führenden Figuren der politischen Linken in den USA , ist das keine Überraschung. "Die Progressiven bieten reale Lösungen, das Establishment nicht", schrieb er in einem Beitrag für den britischen "The Guardian". Sanders sieht vor allem die Probleme der Normalbürger als Grund: "Die amerikanische Bevölkerung weiß, dass das derzeitige Wirtschaftssystem manipuliert ist. Die Superreichen werden immer reicher, während arbeitende Familien zu kämpfen haben. Während heute 60 Prozent der Amerikaner von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben, ging es der Milliardärsklasse noch nie so gut wie heute". Die Bürger seien der etablierten Politiker müde, die ihre Lebensbedingungen nicht verbessern. "Sie wollen Veränderung, echte Veränderung – und unterstützen progressive Kandidaten, die für diese Veränderung kämpfen", so Sanders. Nixon sieht ihren Erfolg darin, dass sie mit den Menschen spricht. "Wir wussten, dass wir gewinnen würden, weil wir hinausgehen, zu den Menschen gehen und Gespräche mit ihnen führen", sagte Nixon am Mittwochmorgen in der Sendung "Morning Joe" des Senders MSNBC. Nixon: "Wir wissen, dass die Attacken kommen werden", Angie Nixon ist sich bewusst, dass ihre Mitgliedschaft bei den demokratischen Sozialisten polarisierten wird, innerhalb der eigenen Partei, aber auch gegenüber den Republikanern. "Wir wissen, dass die Attacken kommen werden", sagte sie bei einer ihrer Wahlveranstaltungen in Florida. Ob Nixon wirklich den Sitz im November gewinnen kann, ist fraglich. In Florida gibt es zahlreiche hispanische Gemeinschaften. Ihre Gegnerin, die von Trump unterstützte Republikanerin Ashley Moody, dürfte Nixons Wahlkampf mit dem Etikett "sozialistisch" versehen – ein Begriff, der sich bei solchen Wählergruppen an den Wahlurnen in der Vergangenheit als eher schädlich erwiesen hat. Außerdem ist es der Heimatstaat von Donald Trump . Der US-Präsident und Floridas Gouverneur unterstützen die republikanische Amtsinhaberin Ashley Moody, die 2025 in den Senat einzog. Florida gilt als Republikaner-Staat Im übrigen Florida schnitten Vertreter des demokratischen Partei-Establishments besser ab. Der Kongressabgeordnete Jared Moskowitz setzte sich in einem neu zugeschnittenen Wahlkreis mühelos gegen einen Herausforderer vom linken Flügel der Partei durch. Moskowitz' Parteikollegin Debbie Wasserman Schultz überstand derweil eine Vorwahl mit zahlreichen Kandidaten in einem Wahlkreis, der fest in demokratischer Hand ist. Ob sich der linke Flügel wirklich bei den Demokraten durchsetzt und die Wähler überzeugt, wird sich zeigen müssen. "Das ist eine Spaltung der Partei, weil diese Gruppe erstens stärker wird und zweitens gegen das alte, moderate Establishment rebelliert. Die Mehrheit der Demokraten – die Wählerinnen und Wähler, aber auch die Partei selbst – sind aber nach wie vor moderat", sagte der Politikwissenschaftler Stephan Bierling unlängst dem Schweizer Fernsehen. Die extremen Linken bringen für Biehring nicht nur neue Energie, sondern auch viel Anti-Israelismus in die Partei. "Die Gefahr ist, dass das irgendwann nicht mehr kontrollierbar wird und wir dann vielleicht in zwei Jahren Alexandria Ocasio-Cortez als Kandidatin für die Demokratische Partei haben", so Bierling.



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