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Landtagswahlen: Chemie, Kultur, CDU-Kernland: Das müssen Sie über Sachsen-Anhalt wissen

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Am Sonntag stehen die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt an. Das Bundesland blickt auf eine bewegende Geschichte zurück. Das sind die wichtigsten Fakten.

In Sachsen-Anhalt lebten zuletzt rund 2,12 Millionen Menschen, was nach Berechnungen des Statistischen Landesamts schätzungsweise etwa 0,03 Prozent der Weltbevölkerung entspricht. Sie verteilen sich auf einer Fläche von 20.555 Quadratkilometern. Damit ist Sachsen-Anhalt annähernd so groß wie Slowenien und liegt im Bundesländervergleich im Mittelfeld – etwa gleichauf mit Hessen und Rheinland-Pfalz. Größte Stadt ist Magdeburg mit 245.000 Einwohnern vor Halle mit etwa 226.000.

1,8 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung

Rund 1,8 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung entfallen auf das Bundesland zwischen Harz und Elbe. Das Bruttoinlandsprodukt lag im vergangenen Jahr nominal bei 81,8 Milliarden Euro, pro Kopf war es mit 38.452 Euro das niedrigste aller Länder. Bei der wirtschaftlichen Entwicklung hinkte Sachsen-Anhalt zuletzt dem bundesweiten Trend hinterher. 24,1 Prozent der Einwohner waren 2025 von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Im Bundesschnitt waren es 21,2 Prozent.

Massiver Bevölkerungsschwund

Sachsen-Anhalt hatte nach der Wiedervereinigung mit schweren sozialen Verwerfungen zu kämpfen, die Bevölkerung schrumpft seit Jahrzehnten massiv und überaltert immer mehr. Dies wird sich laut offiziellen Prognosen fortsetzen. Demnach wird die Zahl der Einwohner bis 2040 verglichen mit 2022 um weitere 15 Prozent auf knapp 1,83 Millionen sinken. Bereits seit der Jahrtausendwende büßte Sachsen-Anhalt etwa eine halbe Millionen Menschen ein, fast ein Fünftel der Bevölkerung.

Verwerfungen nach Wiedervereinigung

Das Bundesland beherbergt traditionell große Zentren der chemischen Industrie und ist Braunkohlerevier, zu DDR-Zeiten arbeiteten rund um Bitterfeld-Wolfen oder Leuna riesige Chemiekombinate. Magdeburg war zudem ein Zentrum der Maschinenbauindustrie. Nach der Wende wurden viele der oft völlig veralteten und maroden Werke geschlossen, die darüber hinaus für drastische Umweltschäden verantwortlichen waren.

Die Folgen waren gravierend. Die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt stieg bis Ende der 90er Jahre auf mehr als 20 Prozent und blieb jahrelang auf diesem Niveau, erst ab 2005 besserte sich die Lage langsam. Zuletzt lag die Arbeitslosenquote bei etwa acht Prozent.

Sachsen-Anhalt ist wichtiger Chemiestandort

Zugleich blieb das mitteldeutsche Chemiedreieck bis heute ein bedeutender Standort der Chemie- und Pharmaindustrie, zahlreiche Konzerne investierten. Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie sind ebenfalls wichtige Branchen. Rotkäppchen-Mumm, nach eigenen Angaben Deutschlands führender Sekthersteller, hat seinen Sitz in Freyburg. Auch die Biermarke Hasseröder ist überregional bekannt.

Kulturgeschichtlich bedeutend

Kulturgeschichtlich hat das Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts eine reiche Vergangenheit vorzuweisen. Schon während der Bronze- und Eisenzeit verliefen Handelswege entlang der Flüsse Saale und Unstrut, aus dieser Zeit stammen archäologische Funde wie die Himmelsscheibe von Nebra. Magdeburg war im Mittelalter ein politisches Zentrum, sehr viel später fand die Designschule des Bauhauses in Dessau ein Zuhause.

Zuletzt fest in Händen der CDU

Politisch ist das Bundesland seit 2002 fest in Händen der CDU, die mit wechselnden Bündnispartnern regierte – zunächst mit Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, ab 2011 dann unter dessen Nachfolger Reiner Haseloff und seit Jahresbeginn unter Sven Schulze.

Zeitweise stark schnitt dort auch die PDS und spätere Linkspartei ab, die bei Landtagswahlen zwischen 2002 und 2011 jeweils mehr als 20 Prozent bekam. Von 1998 und 2002 saß die rechtsextremistische DVU im Landtag in Magdeburg. Die AfD kam gleich bei ihrer ersten Teilnahme an einer Landtagswahl im Jahr 2016 aus dem Stand auf 24,3 Prozent.




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