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US-Vizepräsident auf Parteitag: Läuft sich JD Vance hier warm?

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Am zweiten Tag des Republikaner-Parteitags in Dallas hat der Vizepräsident das Wort ergriffen. Er klang ein einigen Stellen deutlich anders als Präsident Donald Trump. David Schafbuch berichtet aus New York Eine Stelle seines Auftritts schien JD Vance besonders zu gefallen. Gerade wollte er davon sprechen, was die US-Regierung unter ihm und Präsident Donald Trump erreicht hat, da schrie eine Frau plötzlich deutlich hörbar die Worte "JD 48". Daraufhin schallte die Zahl "48" durch den ganzen Saal in Dallas. Gemeint war damit: Auf Trump, den 47. Präsident der USA , sollte Vance als 48. Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten folgen. Vance lächelte, schüttelte leicht mit dem Kopf und ließ die Rufe einige Momente durch den Raum schallen. Dann folgte ein Satz, der seine eigenen Ambitionen kaum verheimlichte. Man müsse sich zunächst um die Zwischenwahlen im kommenden November kümmern, "dann machen wir uns Gedanken darüber, was als Nächstes kommt." Trump im Weißen Haus: Alle Informationen im Newsblog US-Präsident auf Parteitag: Ich, ich, ich Um den kommenden Wahlkampf ging es in Vance Rede allerdings weniger. Vielmehr nutzte der Vizepräsident den Parteitag, um auf die Erfolge der US-Regierung und seine persönlichen politischen Ziele hinzuweisen oder vor den vermeintlichen Gefahren der Demokraten warnen. Vance sprach dabei nicht wie jemand, dem das Ergebnis der kommenden Zwischenwahlen sonderlich große Sorgen bereitet. Er sprach wie jemand, der anders als Trump weiß, dass er unabhängig vom Ausgang der Zwischenwahlen wohl noch eine längere Karriere in der Politik haben wird. Und obwohl er es nicht selbst aussprach, machte die Rede keinen Hehl daraus, dass sich der 42 Jahre alte US-Vizepräsident künftig dort sieht, wo Donald Trump bereits ist: im Weißen Haus. Veranstaltung ein Novum Einen Parteitag wie den in Dallas hat es in der Geschichte der USA noch nicht gegeben. Generell werden die Treffen anders als in Deutschland nur vor den Präsidentschaftswahlen abgehalten, um einen Kandidaten für die Wahl bestätigen zu lassen und die eigene Parteibasis auf den Wahlkampf einzuschwören. Vor den Midterms hat es dagegen noch nie ein solches Treffen gegeben. Auch der Ausrichter Dallas hat für die Republikaner eine besondere Bedeutung: Der Bundesstaat Texas gilt seit Jahrzehnten als Hochburg der amerikanischen Konservativen. Doch vor den Midterms besteht Sorge, dass diese Dominanz kippen könnte. Im Wahlkampf um den Senat liegt der Demokrat James Talarico aktuell laut mehreren Umfragen leicht vor dem Republikaner Ken Paxton. Talarico wäre bei einem Sieg nicht nur der erste demokratische Senator in Texas seit mehr als 30 Jahren. Eine Niederlage in einem Kernland der Republikaner würde für die Partei auch ein deutliches Zeichen sein, dass unter der Trump-Regierung auch ein vormalig sicherer Bundesstaat verloren gehen könnte. Auf die Zusammenkunft in Dallas hatten allerdings viele der Republikaner, die sich aktuell im Wahlkampf befinden, verzichtet. Offiziell hieß es von vielen Kandidaten, sie seien zu sehr mit dem eigenen Wahlkampf in ihren Bundesstaaten beschäftigt. Hinter vorgehaltener Hand berichteten aber US-Medien, dass viele Politiker unsicher seien, ob die Nähe zu Trump ihnen aktuell im Wahlkampf dient. Denn dessen persönliche Umfragewerte sind schlecht, während die Lebenshaltungskosten und das Benzin im Land weiter teuer ist. Die große Erzählung, wie entscheidend die kommende Wahl für seine Partei ist, ließ Vance im Vergleich zu anderen Rednern eher aus. Trump hatte in Dallas etwa noch betont, es handele sich um die wichtigste Wahl überhaupt. Jeder Wähler solle sich deshalb vorstellen, dass der Präsident auf dem Wahlzettel stehe. Zudem behauptete Trump, er würde jedem erwachsenen Amerikaner eine Prämie von 5.000 Dollar auszahlen, falls seine Partei die Mehrheit im Kongress behalten werde. Betonung des Geburtsrechts Vance sah sich nicht auf den Stimmzetteln. Auch die Prämie erwähnte er mit keinem Wort. Der Vizepräsident hob dagegen Dinge wie etwa seine Familie hervor. Vance war vor wenigen Wochen zum vierten Mal Vater geworden. Das traditionelle Familienbild hielt Vance hoch, in dem er erwähnte, dass seine Frau Usha nicht anwesend sein könnte. "Auf keinen Fall! Ich muss mich um vier Kinder kümmern", soll sie auf die Frage entgegnet haben, ob sie ihn nach Dallas begleitet. Der Vizepräsident sprach dabei auch lange vom Prinzip des Geburtsrechts. Er glaube daran, dass er in einem Land lebe, in dem jedes Kind das Recht habe, "die größten Segnungen des großartigsten Landes der Welt zu erben" – und das unabhängig von der Herkunft oder dem Aussehen. Gemeint ist damit die amerikanische Staatsbürgerschaft. In Dallas erhielt der Vizepräsident dafür Applaus. Seine Worte sind bemerkenswert, weil Trump schon seit Längerem versucht, genau dieses Recht einzuschränken. Bislang erhalten alle Kinder, die in den USA geboren werden, dort auch automatisch die Staatsbürgerschaft. Beim Versuch, die Regelung zu kippen, ist Trump aber bereits mehrmals vor Gericht gescheitert. "Schütten Sie nicht das Kind mit dem Bade aus" Vance versuchte auch, unentschlossene Wähler von sich und seiner Partei zu überzeugen. Man dürfe nicht die Demokraten wählen, nur weil man an verschiedenen Stellen nicht einer Meinung mit der politischen Linie der Republikaner sei. "Schütten Sie nicht das Kind mit dem Bade aus", bat der Vizepräsident. Welche Unstimmigkeiten damit konkret gemeint sein könnten, erwähnte der Vizepräsident nicht. Auffallend war allerdings, dass Vance den Krieg im Iran mit keinem Wort erwähnt hat. Öffentlich hält sich Vance mit Kritik an dem Vorgehen des US-Militärs zurück. Der 42-Jährige gilt allerdings seit Langem als entschiedenster Gegner des Einsatzes innerhalb der US-Regierung. Verglichen mit den Reden von Trump waren es vergleichsweise versöhnliche Töne. Vance bewies allerdings auch, dass er anders kann. Die Demokraten nannte er unter anderem eine "Partei des Hasses", die nicht mehr die Politik von Präsidenten wie John F. Kennedy oder Bill Clinton repräsentiere. "Ich kaufe dir ein Flugticket" Als ein Zuschauer plötzlich eine Flagge Mexikos schwenkte, wich Vance kurzzeitig von seinem Redemanuskript ab. "Wenn du Mexiko so sehr liebst, beweg deinen Arsch dorthin, ich kaufe dir ein Flugticket", rief Vance dem Störer unter dem Jubel der Zuschauer zu. Die härtesten Worte hatte der Vize aber für den Demokraten Talarico übrig. Vance sprach davon, dass der 37-Jährige geradezu eine Obsession für transgeschlechtliche Kinder habe. "Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich möchte niemals den Browserverlauf dieses Typen sehen", sagte Vance über Talarico – und deutete damit ohne Belege bei dem Politiker eine Pädophilie an.



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