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Ilias Kasidiaris: Ist er der gefährlichste Rechtsextreme Europas?

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Ilias Kasidiaris gilt als einer der gefährlichsten Rechtsextremisten Europas. Jahrelang saß er im Gefängnis. Jetzt kommt er frei – und machte gleich eine Ankündigung. Nach mehrjähriger Haft ist der griechische Neonazi und ehemalige Sprecher der rechtsextremen Partei Goldene Morgenröte, Ilias Kasidiaris, am Dienstag aus dem Gefängnis entlassen worden. Mit erhobener Faust und einer griechischen Fahne in der Hand erklärte Kasidiaris vor Anhängern vor dem Gefängnis von Domokos im Zentrum Griechenlands, er kehre zurück in die Politik zu einer "neuen, starken nationalen Partei, wie jene, die ganz Europa dominieren". Dutzende jubelnde Anhänger, viele von ihnen mit griechischen Fahnen in der Hand, empfingen Kasidiaris bei seiner Haftentlassung. "Ilias, wir stehen hinter dir" und "Wir machen dich zum Regierungschef" skandierten sie. "Heute bin ich zurück", sagte der griechische Neonazi zu seinen Unterstützern. "Und nach dem, was ich sehe, bin ich nicht allein." Kasidiaris bezeichnete seine Inhaftierung als "hinterhältige und dreckige Verschwörung" seiner politischen Gegner. Er kündigte außerdem an, den Namen seiner neuen Partei am Montag bekannt zu geben. Kasidiaris an schlimmen Verbrechen beteiligt Im Jahr 2020 hatte ein griechisches Gericht die Partei Goldene Morgenröte nach einem Mammutprozess als kriminelle Vereinigung eingestuft und Kasidiaris, den früheren Parteichef Nikos Michaloliakos und fast 60 weitere Mitglieder der Partei zu Haftstrafen zwischen fünf und 13 Jahren verurteilt. Kasidiaris war zu 13 Jahren Haft verurteilt worden, er saß bereits 2014 ein Jahr lang in Untersuchungshaft, ab 2020 erneut. Insgesamt verbüßte er also nur rund die Hälfte seiner Haftstrafe. Möglich wurde dies, weil Kasidiaris im Gefängnis einer geregelten Arbeit ging und entsprechende Kreditpunkte sammelte. Dafür erlaubt das griechische Justizsystem im Gegenzug die Reduzierung der Haftstrafe. Der 45-Jährige, der für die Neonazi-Partei von 2012 bis 2019 als Abgeordneter im griechischen Parlament saß, stellte selbst während seiner Haft seine politische Aktivität in Onlinediensten nicht ein. So wollte er mit seiner Partei "Die Hellenen", die er im Gefängnis gründete, an der Parlamentswahl 2023 teilnehmen. Der Oberste Gerichtshof Griechenlands verwehrte ihm jedoch die Zulassung zur Wahl. Im Juli 2026 zog er die Aufmerksamkeit des US-Techunternehmers Elon Musk auf sich. Der repostete einen X-Beitrag, in dem Kasidiaris gefeiert wird und bezeichnete die Inhaftierung des Neonazis als "völlig krank". Woraufhin Kasidiaris Musk als "bedeutendste Persönlichkeit der Welt" lobte. Musk ist Chef des E-Autobauers Tesla und des Raumfahrtunternehmens SpaceX . Er gilt als erklärter Unterstützer von Rechtsaußen-Parteien und hat unter anderem immer wieder seine Nähe zur AfD bekundet. Hitler als Vorbild Goldene Morgenröte ist eine fremdenfeindliche und antisemitische Organisation. Zu den schlimmsten Verbrechen der angeklagten Parteimitglieder zählten dem Urteil zufolge die Ermordung des linksgerichteten Rappers Pavlos Fyssas im Jahr 2013 sowie brutale Übergriffe auf Migranten und politische Gegner. Unter anderem verprügelten und misshandelten sie im Jahr 2012 ägyptische Migranten schwer. Der Prozess gegen Kasidiaris und andere Anführer der Partei galt als einer der wichtigsten in der politischen Geschichte Griechenlands. Bis zur Schuldenkrise Griechenlands im Jahr 2010 war Goldene Morgenröte eine eher unbedeutende Partei. 2012 machte sie sich die öffentliche Unzufriedenheit über Zuwanderung und Sparmaßnahmen zunutze und zog erstmals ins griechische Parlament ein. Drei Jahre später war sie die drittstärkste politische Kraft im Land. Kasidiaris macht aus seiner radikalen Haltung keinen Hehl. Er zeigte sich immer wieder als Bewunderer Adolf Hitlers und des Dritten Reichs, zählt aber auch den griechischen Diktator Ioannis Metaxas zu seinen politischen Vorbildern. Auch trägt der 45-Jährige laut griechischen Medienberichten ein Tattoo in Form eines Hakenkreuzes. Kasidiaris könnte an Wahlen teilnehmen Kasidiaris richtete gleich nach seiner Haftentlassung eine Kampfansage an die demokratischen Parteien: "Mein Ziel ist es, das Land von der korruptesten Regierung der Zeit nach der Junta zu befreien. In den vergangenen Tagen habe ich gesehen, wie die Politiker jammern und intrigieren und sagen, sie würden mir die Rückkehr ins Parlament nicht gestatten. Doch in einer Demokratie gibt es nur einen Richter: das souveräne griechische Volk." Politische Beobachter in Griechenland sprechen schon davon, dass seine Rückkehr in die Freiheit die politische Landschaft "fundamental erschüttern" könnte. In dem EU-Land stehen im kommenden Jahr Parlamentswahlen an. Zwar dürfte Kasidiaris nicht zum Gesicht einer neuen Partei werden, da er aufgrund seiner Verurteilung und des früheren Urteils des Obersten Gerichtshofes starken Auflagen unterliegt. Allerdings könnte er gewisse rechtliche Schlupflöcher nutzen, die ihm eine Kandidatur dennoch ermöglichen. Derzeit wird Griechenland von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis regiert. Er gehört der Mitte-Rechts-Parteo Nea Demokratia an.



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