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Tag der Minderheiten: Wie Minderheiten das deutsch-dänische Grenzland prägen

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Seit mehr als 100 Jahren gestalten Minderheiten das Leben im deutsch-dänischen Grenzland. Ein Einblick ihre Geschichte, Kultur und Politik.

Unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Identitäten prägen diese Region: Im deutsch-dänischen Grenzland leben seit mehr als 100 Jahren nationale Minderheiten. Am Wochenende laden sie gemeinsam mit der friesischen Volksgruppe zum „Tag der Minderheiten“ nach Niebüll im Nordfriesland ein, wie eine Sprecherin der dänischen Minderheit mitteilte. Das gebe allen anderen die Gelegenheit, die Geschichte, Kultur und Gegenwart der Minderheiten kennenzulernen. 

Der „Tag der Minderheiten“ ist offiziell am Sonntag. Anlass für einen kurzen Blick auf ihre Geschichte und Besonderheiten.

Wie sind diese Minderheiten entstanden?

Seit Jahrhunderten ist Schleswig-Holstein eng mit dem Nachbarland Dänemark verflochten. Im Jahr 1920 wurde die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark nördlich von Flensburg und südlich von Tønder (Tondern) neu gezogen. Festgelegt wurde ihr Verlauf auf der Grundlage des Versailler Friedensvertrag durch Volksentscheide in zwei Abstimmungszonen am 10. Februar und am 14. März. 

Es entstanden eine große deutsche Minderheit in Dänemark und eine kleinere dänische Minderheit in Deutschland. Dieses Verhältnis kehrte sich nach dem Zweiten Weltkrieg um. 

Wie viele Menschen gehören diesen Minderheiten an?

Heute fühlen sich etwa 15.000 Menschen der deutschen Minderheit und rund 50.000 Menschen der dänischen Minderheit angehörig. Exakte Zahlen gibt es nicht, denn es gilt das Prinzip: Minderheit ist, wer will. Das Recht, sich zu einer nationalen Minderheit zu bekennen, darf von Amts wegen nicht nachgeprüft werden. 

Wie sieht ihr Leben aus?

Die Minderheiten haben ihre eigenen kulturellen Einrichtungen, Schulen und Kindergärten, Kirchen, Angebote für Senioren und politische Parteien. Es ist von großer Bedeutung für die dänische Minderheit, dass die dänische Kultur bewahrt wird und sich weiterentwickelt, wie der Südschleswigsche Verein mitteilte. 

Und auch die deutsche Minderheit sehe ihre Aufgabe darin, die deutsche Identität und Sprache in Nordschleswig zu fördern und ihrerseits zur kulturellen Vielfalt beizutragen, hieß es vom Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN).

Zudem arbeiten Minderheiten und Mehrheiten gemeinsam daran, die Region zu stärken. Kommunen, Behörden, Unternehmen, Verbände, kulturelle Einrichtungen und Einsatzkräfte auf beiden Seiten der Grenze kooperieren. 

Wie sind die rechtlichen und politischen Regelungen?

Seit mehr als 70 Jahren regeln die Bonn-Kopenhagener Erklärungen die Rechte der deutschen und der dänischen Minderheit. Sie entstanden im Kontext der Nato-Gründung und legten am 29. März 1955 grundlegende Prinzipien der Minderheitenpolitik fest. Die Erklärungen wurden vom damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer und seinem dänischen Amtskollegen Hans Christian Hansen unterzeichnet. Sie garantieren die Gleichbehandlung beider Gruppen auf beiden Seiten der Grenze.

Die Minderheiten haben zudem ihre eigenen politischen Parteien. So vertritt der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) die dänische Minderheit. Er ist von der Fünf-Prozent-Klausel bei Landtags- und Bundestagswahlen befreit. Die Deutsche Minderheit wird von der Schleswigschen Partei (SP) repräsentiert.




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