Saudi-Arabien im Jemen: Riad plant Angriff auf Houthi-Miliz
Die Huthi-Miliz im Jemen hat die wichtige Meerenge Bab al-Mandab im August erobert. Nun gibt es offenbar Pläne für eine Gegenoffensive. Saudi-Arabien bereitet nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters eine neue Militäroffensive gegen die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen vor. Beginnen solle sie in den kommenden Wochen, berichtet die Agentur unter Berufung auf sechs mit den Vorbereitungen vertraute Personen aus der Region und aus westlichen Regierungen. Geführt werde der Angriff am Boden von jemenitischen Verbänden, die Riad beaufsichtige; unterstützt werden sollen sie durch saudische Luftschläge. Vorrangiges Ziel sei es, die schnellen Geländegewinne der Miliz aus dem vergangenen Monat rückgängig zu machen, heißt es in dem Bericht. Die Huthi-Kämpfer waren den Angaben zufolge entlang der Küste vorgerückt und hatten die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab, auch "Tor der Tränen" genannt, übernommen. "MBS wird das nicht vergessen": Trump lässt wichtigen Verbündeten auflaufen Kampf um Meerenge: Huthis graben sich wohl nahe "Tor der Tränen" ein Reuters bezeichnet die Offensivpläne als bislang nicht öffentlich bekannt; zu den Quellen zählen Vertreter von Golfstaaten, jemenitische Offizielle und westliche Diplomaten. Mehrere Optionen stehen im Raum Nach Darstellung der Golf- und jemenitischen Offiziellen werden in Riad zwei Optionen geprüft: ein eng begrenzter Angriff auf das Gebiet um Bab al-Mandab – oder eine breiter angelegte Offensive mit zeitlich abgestimmten Angriffen an weiteren Fronten, in den Gouvernoraten Al-Baida, Marib, Taiz und Al-Dschauf. Je nach Umfang könnten nach Angaben aller Befragten mehr als 100.000 jemenitische Soldaten mobilisiert werden. Einen genauen Zeitpunkt konnte keine der sechs Personen nennen. Die Schätzungen reichen von wenigen Tagen bis zu einem Beginn erst nach den US-Kongresswahlen Anfang November. USA sollen mit Aufklärung helfen Washington stelle Militärberater sowie Geheimdienstinformationen einschließlich Zieldaten für die saudischen Luftoperationen bereit, sagte einer der westlichen Diplomaten. Die Unterstützung hat allerdings Grenzen: Reuters hatte zuvor berichtet, dass US-Präsident Donald Trump Bitten des faktischen saudischen Herrschers Mohammed bin Salman um direkte militärische Hilfe wie Luftangriffe ablehnte. Die Türkei und Pakistan , mit denen Saudi-Arabien im vergangenen Monat ein gemeinsames Verteidigungsabkommen schloss, hätten militärisches Gerät geliefert, das das Königreich im Jemen einsetze, sagten pakistanische und regionale Offizielle. Pakistan habe im vergangenen Monat vier Transportflugzeuge mit Luftverteidigungssystemen, leichter Artillerie, Drohnen und Drohnenabwehr nach Aden geschickt, dem Sitz der saudisch gestützten Regierung. Pakistanische Militärberater seien gemeinsam mit saudischen Kollegen vor Ort. Türkische Drohnen, die Riad vor dem jetzigen Krieg gekauft habe, seien über dem Jemen im Einsatz. Eine zentrale Sorge Riads sei der Schutz der eigenen Ölanlagen vor Drohnen und Raketen, mehrere Partner seien um Abwehrsysteme gebeten worden. Pakistan habe nach Angaben eines zweiten Regierungsvertreters zwischen 30.000 und 40.000 Soldaten nach Saudi-Arabien verlegt, um Landgrenzen zu sichern und bei der Abwehr zu helfen – eine Entscheidung über einen Kampfeinsatz im Jemen gebe es nicht. Die Verteidigungsministerien Pakistans und der Türkei reagierten nicht auf Anfragen. Riads Verbündete sind zersplittert Eine Bodenoperation müsste sich auf das heterogene Bündnis jemenitischer Fraktionen stützen, die Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate in früheren Kriegsphasen ausgerüstet und ausgebildet haben. "Viele Anti-Huthi-Kräfte sind nach wie vor nicht organisiert oder vorbereitet für die Art anhaltender Offensive, die nötig wäre, um eine disziplinierte Huthi-Streitmacht zurückzudrängen", sagte der Jemen-Analyst Mohammed Albasha im Gespräch mit Reuters. Sie würden derzeit geprüft, da die Miliz an mehreren Fronten gleichzeitig Druck mache. Zusätzlich gespalten wurden die Verbände im vergangenen Winter: Von den Emiraten unterstützte Kämpfer aus dem Süden versuchten, im Osten Gebiete einzunehmen und Abspaltungspläne zu verkünden – nach einer Reihe von Zusammenstößen setzten sich saudisch gestützte Kräfte durch.