Tauziehen um Naturkundemuseum: CDU wirft Senat fortgesetzte Planlosigkeit vor
Für das Naturkundemuseum im Elbtower plant Hamburg 595 Millionen Euro ein. Die CDU kritisiert, dass wichtige Fragen zu Kosten, Bau und Zeitplan weiter offen sind.
Die CDU-Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft hat dem rot-grünen Senat bei dem im Elbtower vorgesehenen Naturkundemuseum fortgesetzte Planlosigkeit vorgeworfen. „Der Senat will für 595 Millionen Euro Flächen im Elbtower erwerben, kann aber noch immer keine abgeschlossene Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vorlegen“, sagte die CDU-Abgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein unter Verweis auf eine Kleine Anfrage ihrer Fraktion an den Senat.
Bauliche Risiken nicht abschließend bewertet
Auch wie sich die rund 46.000 Quadratmeter konkret auf Geschosse und Nutzungsbereiche verteilen sollen, bleibe offen. Darüber hinaus seien die baulichen Risiken weiterhin nicht abschließend bewertet. „Besonders bemerkenswert ist, dass der Senat weder einen konkreten Fertigstellungstermin nennen noch sagen kann, wann überhaupt ein aktualisierter Planungsstand vorliegen soll“, sagte Treuenfels-Frowein.
Statt Antworten zu liefern, verweise der Senat immer wieder auf frühere Drucksachen oder laufende Prüfungen, klagte die Abgeordnete. „Bei einem Projekt dieser Größenordnung reicht das nicht aus.“ Auch müsse der Senat endlich offenlegen, warum der Elbtower gegenüber den anderen geprüften Standorten tatsächlich die bessere und wirtschaftlichere Lösung sein soll.
Hamburg hat sich zum Bau eines Naturkundemuseums verpflichtet
Hamburg hat sich in der Vergangenheit verpflichtet, ein modernes Naturkundemuseum zu errichten. Hintergrund ist der 2021 geschlossene Staatsvertrag von Nordrhein-Westfalen und der Hansestadt zur Gründung des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB). In ihm zusammengeführt wurden nach Angaben der Stadt das Museum für Natur Hamburg sowie das Bonner Museum Koenig.
Im Oktober vergangenen Jahres hatte der Senat erklärt, dass die Stadt das geplante Naturkundemuseum im Elbtower unterbringen und dafür fast die Hälfte des Gebäudes zu einem Festpreis von 595 Millionen Euro übernehmen wolle. Seither laufen auch die Verhandlungen mit dem Konsortium um den Immobilieninvestor Dieter Becken. Beim Elbtower ruhen nach der Pleite der Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors René Benko bereits seit Oktober 2023 die Bauarbeiten.
Büll & Liedtke hat günstigeres Angebot vorgelegt
Zuletzt hatte allerdings auch das Hamburger Immobilienunternehmen Büll & Liedtke ein neues Angebot für ein Naturkundemuseum gemacht. Konkret geht es um Teile des Stadtkontors am Besenbinderhof, die das Unternehmen für 495 Millionen Euro - also 100 Millionen Euro günstiger - in ein schlüsselfertiges Naturkundemuseum umwandeln will.
