Hannover/Koblenz (dpa) - Zur Bewältigung der hohen Flüchtlingszahlen fordert Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius eine Verteilung unter den europäischen Ländern nach festgelegten Kontingenten. «Wir brauchen schnell andere, international ansetzende Ideen», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover mit Blick auf die Herbstkonferenz der Innenminister, die an diesem Donnerstag in Koblenz beginnt. Kontingente von Menschen, die von der UN-Flüchtlingshilfe ausgewählt würden, hätten mehrere Vorteile: «Diejenigen, die in einem Kontingent kommen, müssten dann keinen Asylantrag mehr stellen, was in der Folge unser Asylsystem entlastet», erklärte er. Zudem müssten die Menschen nicht die oft lebensgefährliche Flucht auf sich nehmen.Bis Ende 2015 werden nach Einschätzung des Ministers mindestens fünfmal so viele Menschen nach Deutschland fliehen wie noch vor einem Jahr erwartet. «Im Moment können wir diese Herkulesaufgabe bewältigen, aber wir müssen laufend nachsteuern und weiter auf allen Ebenen hart arbeiten», betonte Pistorius. Sorge bereitet ihm derzeit insbesondere die Entwicklung in Afghanistan und Pakistan. «Wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass Menschen aus diesen bevölkerungsreichen Ländern mit völlig falschen Erwartungen und Hoffnungen aufbrechen.»Dazu müsse die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern auf den Schlepperrouten eine Strategie für eine effektive Zusammenarbeit erarbeiten. «Ich könnte heute nicht prognostizieren, ob wir auch in den kommenden Jahren in Deutschland Zugänge in der Größenordnung dieses Jahres bewältigen könnten», sagte Pistorius. Dies gelte nicht nur für die Aufnahme, sondern auch die Integration der Flüchtlinge.