Baden mit Burkini: Im Naturbad Neckargemünd ist das nicht erlaubt
Region Heidelberg. (cm) Mächtig Wellen schlägt derzeit der Fall einer 28-Jährigen aus Sandhausen, die im Hockenheimer "Aquadrom" Probleme wegen ihres Burkinis bekam. Zwar ist die spezielle Badekleidung für muslimische Frauen in dem Freizeitbad grundsätzlich erlaubt, doch der Schwimmmeister hatte Zweifel, ob es sich um einen "echten" Burkini aus Kunstfasern handelte. Es kam zum Streit, woraufhin die Frau das Bad freiwillig verließ. Wie handhaben es die drei Freibäder in der Region rund um Heidelberg in Leimen, Neckargemünd und Bammental? Sind hier Burkinis erlaubt?
"Bei uns ist das Baden mit Burkini kein Problem", sagt Markus Wittner vom Leimener Bäderpark auf RNZ-Anfrage. "Ein Burkini ist schließlich zum Baden gemacht." Die Badeordnung schreibt lediglich vor: "Der Aufenthalt im Badebereich ist nur in allgemein üblicher Badekleidung zugelassen. Die Entscheidung darüber, ob eine allgemein übliche Badekleidung vorliegt, obliege dem Aufsichtspersonal." Bisher habe es noch nie Probleme geben, so Wittner.
In Neckargemünd hat der Gemeinderat erst vor wenigen Wochen eine neue Badeordnung verabschiedet. Darin heißt es: " Die Schwimmbecken dürfen nur mit angemessener Badebekleidung benutzt werden (maximal knielang, eine Badehose, keine Unterwäsche)." Dies schließt das Tragen von Burkinis aus. Der Grund liegt in der Hygiene, die vor allem für das Naturbecken wichtig ist, wo es keine chemische Reinigung gibt. Die Regelung soll auch verhindern, dass vor allem Jugendliche mit mehreren Badehosen oder gar Unterwäsche unter der Badehose baden gehen. Die Regelung ist aber nicht neu.
Im Bammentaler Waldschwimmbad ist das Baden mit Burkini hingegen erlaubt, wie Schwimmmeister Carsten Kresser erklärt. Demnächst soll dies auch in der Badeordnung vermerkt werden. Und es würden auch Frauen mit entsprechender Kleidung kommen, was aber nicht von allen Badegästen akzeptiert werde. Spezielle Schwimm-T-Shirts seien ebenso zulässig. Aber auch in Bammental kennt man das Problem, dass Badegäste entweder zwei Badehosen oder gar Unterwäsche unter der Badekleidung tragen. Dies wirke sich negativ auf die Wasserqualität aus, berichtet Kresser, sei aber nicht zu kontrollieren: "Da sind uns die Hände gebunden."
