Hirschberg-Leutershausen: An Silvester öffnet Feinkost Wetzel zum letzten Mal
Von Annette Steininger
Hirschberg-Leutershausen. Das Ende von Feinkost Wetzel in der Bahnhofstraße naht. Nun steht auch fest, wann der Laden letztmals öffnet. An Silvester wird Hermann Wetzel zwischen 8 und 13 Uhr noch einmal exquisites Olivenöl, frisches Gemüse und Pilze sowie Wein und Feinkost aus aller Herren Länder verkaufen, dann ist Schluss. Zumindest vorerst. Denn Wetzel kann eventuell einen Nachfolger präsentieren. "Es wäre doch schön, wenn es weitergeht, vor allem mit einer ähnlichen Produktpalette", sagt Wetzel. "Ich würde mich schon freuen."
Bei dem potenziellen Nachfolger handelt es sich um einen Interessenten aus der Pfalz, der seiner Meinung nach gut passen würde. Einen Namen will Wetzel derzeit nicht nennen, denn es sind noch keine Verträge unterschrieben. Der Leutershausener, der sogar von mehreren Anfragen für das Geschäft sprach, würde es dann vermieten. Ihn zieht es, wie bereits berichtet, in den Schwarzwald. In Menzenschwand wollen er und seine Frau vier Ferienappartements vermieten.
Ein Schritt in eine ganz neue Richtung nach 35 Jahren als Feinkosthändler. Hermann Wetzel selbst gründete mit seiner Mutter 1983 "Feinkost Wetzel" und baute den Laden viermal um. Früher gehörte noch eine außerhalb des Ortskerns gelegene Gärtnerei dazu, die er aber seit März an Obstbaumeister Werner Volk verpachtet hat. Den an das Feinkost-Geschäft angrenzenden Blumenladen vermietet er seit eineinhalb Jahren.
Für Wetzel ist es ein "komisches" und "besonderes Gefühl", dass er in wenigen Tagen den Laden abschließt. Viele Kunden seien traurig, aber er macht den Leutershausenern Hoffnung, dass es an alter Stelle einen neuen Feinkost-Laden geben könnte. Einen nahtlosen Übergang wird es nicht geben; schließlich wird der neue Betreiber noch etwas Zeit brauchen, sich einzurichten. "Es geht ja eigentlich auch gar nicht, dass es so ein Geschäft nicht mehr gibt", findet auch Wetzel.
Er selbst will Leutershausen auch keineswegs komplett den Rücken kehren: Für das beliebte "Schlemmerkino" wird er weiterhin die Vorspeise kreieren. Häppchen und Sekt will er am letzten Tag auch "seinen Mädels", wie er die Verkäuferinnen nennt, kredenzen. Für die Kunden habe er dagegen nichts Spezielles geplant - "Geschenke gibt’s bei mir das ganze Jahr über", meint Wetzel und lacht. Mal was zum Probieren, mal was zum Knabbern für die Kinder.
Ein Weihnachtsgeschenk für die Kunden könnte jetzt aber die Nachricht sein, dass es voraussichtlich weitergeht, zumindest mit einem anderen Betreiber.
