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Январь
2019

Heidelberg: Buch ist ein Schatz für Streichquartettfreunde

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Von Matthias Roth

Heidelberg. Am Donnerstagabend beginnt das 15. Heidelberger Streichquartettfest. Passend zu diesem internationalen Treffpunkt der Quartettfreunde erschien ein Buch des Briten Edward Dusinberre, der als junger Mann direkt von der Hochschule (er studierte am Royal Collage of Music in London und an der Juilliard School in New York) in ein Ensemble eintrat, das damals schon fast 20 Jahre existierte und auf der ganzen Welt erfolgreich war.

Er kam als Neuling in ein renommiertes Streichquartett und als britischer Außenseiter in ein Ensemble, das sich in Ungarn gegründet hatte, inzwischen aber in Boulder, Colorado (USA), lebte. Dusinberre sollte 1993 der neue Primarius des Takàcs-Quartetts werden, dem er seither angehört.

Da erzählt ein Insider eine überaus interessante Geschichte, zumal die ungarische Musiktradition, in der das Quartett steht, für einen Briten eine höchst fremde scheint. Dusinberre schildert sie auf weit über 300 Seiten eloquent anhand der Auseinandersetzungen der Vier mit einer neuen Gesamteinspielung der Beethoven-Quartette (die nach wie vor zu den aufregendsten auf dem CD-Markt zählt).

Dabei verwebt der Autor und Musiker die Geschichte des Ensembles und seine Suche nach dem idealen Zusammenspiel mit der Entstehung von Beethovens Kompositionen, ihren Besonderheiten, historischen Hintergründen und zukunftsweisenden Aspekten.

Genauso spannend und wechselvoll wie die Zeitabschnitte, in denen Beethovens Werke vor, während und nach der napoleonischen Besetzung Wiens entstanden, sind aber die drei Jahrzehnte seit der Erfindung und Entwicklung der CD, die viele Studios dazu nutzten, um Neuaufnahmen des klassischen Standardrepertoires zu produzieren. Doch die anfängliche Begeisterung ließ bald nach, und viele Ensembles - auch das Takács-Quartett - mussten begonnene Projekte neu denken und selbst finanzieren, um sie zuende bringen zu können.

Doch im Mittelpunkt steht immer wieder Beethovens Musik und die Frage nach ihrer Interpretation. Wie die Musiker um Nuancen des Ausdrucks ringen, wie sie neue Instrumente beschaffen müssen, wie sie Aufnahmen, Tourneen und Familienleben unter einen Hut zu bringen versuchen, wie sie lernen und lehren, über Musik nachdenken und selbst musizieren.

Im Zentrum stehen die Fragen: Was hat der Komponist gemeint? Wie übertragen wir es in den Saal? Wann halten wir uns während des Spiels an strenge Verabredungen, wann lassen wir die Zügel locker? Merkwürdig scheint, dass häufig auch über Tempofragen heftig diskutiert wird, wo Beethoven doch eindeutige Metronomangaben hinterlassen hat. Und doch sind je nach Akustik, Ausdrucksgehalt und Stimmungsmoment unterschiedliche Lösungen möglich.

Dusinberre schreibt aufrichtig, scheut nicht vor internen Querelen und lässt auch Schicksalsschläge nicht aus. Er gewährt damit intime Einblicke in Leben und Arbeit eines solchen Ensembles, von dem es ja häufig heißt, es sei ein ganz eigener sozialer Organismus. Für Quartettfreunde ein Schatz, eine Bereicherung.

Info: Edward Dusinberre, Beethoven für eine spätere Zeit - Unterwegs mit einem Streichquartett. Aus dem Englischen von Astrid von dem Borne. Oktaven Verlag, Stuttgart 2018, 376 Seiten, 28 Euro.




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