USA werfen China "beispiellose" Erweiterung von Atomarsenal vor
Die USA haben erneut dazu aufgerufen, dass China in eine zukünftige Vereinbarung über die Rüstungskontrolle einbezogen wird. Die Position seines Landes bekräftigte am Montag Christopher Yeaw, der Staatssekretär im Büro des US-Außenministeriums für Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung, auf der Abrüstungskonferenz in Genf. Dem Beamten zufolge hatte der New-START-Vertrag gravierende Schwachstellen und eine "beispiellose, vorsätzliche, rapide und undurchsichtige Aufstockung von Atomwaffen durch China" nicht berücksichtigt.
Trotz gegenteiliger Behauptungen habe China sein Nukleararsenal bewusst und ungezügelt ausgebaut, ohne Transparenz zu demonstrieren und Absicht oder Endziel anzudeuten, führte Yeaw aus. Bis 2030 würde China über genug Spaltmaterial für mehr als 1.000 nukleare Sprengköpfe verfügen. In den kommenden vier oder fünf Jahren könnte Peking Parität erzielen. Ferner bekräftigte der US-Amerikaner den Vorwurf eines Nukleartests mit geringer Sprengkraft, den China im Jahr 2020 durchgeführt haben soll. Peking plane zudem weitere Tests mit größerer Sprengkraft.
Yeaw begrüßte das Ende des New-START-Vertrags, da dessen zahlmäßige Einschränkungen nicht mehr relevant waren, insbesondere mit Sicht auf angebliche Verletzungen vonseiten Russlands. Moskau habe dazu beigetragen, Pekings Fähigkeit zur Vergrößerung seines Arsenals zu stärken. Derzeit setze Washington auf eine bessere Vereinbarung unter Beteiligung Chinas für eine Welt mit weniger Atomsprengköpfen.
Shen Jian, der chinesische Botschafter zur UNO, wies die US-Vorwürfe eines Nukleartests als grundlos zurück. Peking bestreitet wiederholte Verzerrung und Verleumdung seiner nuklearen Politik durch gewisse Länder. Shen zufolge werde sich China an keinem atomaren Wettrüsten beteiligen. Das Arsenal des Landes sei nicht mit den Vorräten der größten Atommächte der Welt zu vergleichen. Es wäre weder gerecht noch vernünftig oder realistisch, die Beteiligung Chinas an den trilateralen Verhandlungen zu fordern. Seine Vorwürfe bräuchte Washington als Vorwand, um die eigenen Nukleartests wiederaufzunehmen, betonte Shen.
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