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Trumps Iran-Krieg außer Kontrolle: Mehr Bomben, mehr Kosten, mehr Tote

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Donald Trumps vermeintlich kurzer Schlag gegen den Iran entwickelt sich zu einem Krieg ohne absehbares Ende. Fünf Entwicklungen zeigen, warum das für den Präsidenten, seine Regierung und seine Partei immer problematischer wird. Am Dienstag dieser Woche machte Donald Trump unmissverständlich klar, wohin für ihn die Reise geht. Man sei mit dem Iran "noch lange nicht fertig", sagte der US-Präsident vor Reportern im Weißen Haus. Er kündigte an, man werde die Gegend um den unterirdischen Nuklearkomplex am Pickaxe Mountain "sehr, sehr schwerwiegend" angreifen. "Wir folgen dem Material. Dort spielt sich alles ab", so Trump. Wenige Stunden später flogen amerikanische Kampfflugzeuge erneut Angriffe auf Ziele rund um Teheran. Es war die elfte Bombennacht in Folge. Am Mittwoch legte Trump dann nach und drohte explizit damit , künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran "bombardieren und zerstören", wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießen würde. Dass der US-Präsident nun sogar ein Verüben von Kriegsverbrechen ankündigt, ist nur das jüngste und deutlichste Zeichen dafür, dass vom Waffenstillstand kaum noch etwas übrig ist . Nicht einmal mehr Rhetorik. Was Trump im März als kurze Militäraktion angekündigt hatte, entwickelt sich zunehmend zu einem Krieg mit offenem Ende. Militärisch bleiben die USA der Islamischen Republik weit überlegen. Aber politisch und strategisch wachsen die Probleme für das Weiße Haus. Und mit jedem weiteren Tag sind sie schwerer zu lösen. 1. Der Krieg wird zum Milliardenloch Wie jeder Krieg sprengt auch dieser die regulären Haushaltspläne. Im Pentagon wächst laut US-Medienberichten die Sorge, dass die für die Operation notwendigen Etats bereits in wenigen Wochen erschöpft sein könnten. Das Weiße Haus fordert deshalb zusätzliche 67 Milliarden Dollar vom Kongress. Verteidigungsminister Pete Hegseth beziffert die bisherigen Kriegskosten inzwischen auf rund 37,5 Milliarden Dollar. Dabei sind die Wiederaufbaukosten amerikanischer Militärstützpunkte, die durch iranische Angriffe beschädigt wurden, noch gar nicht mitgerechnet. Dafür dürften weitere Milliarden nötig sein. Die Folgen sind bereits spürbar: So zieht das Pentagon offenbar Geld aus Ausbildungsprogrammen, Wartung und Rüstungsprojekten ab, um die laufenden Einsätze überhaupt finanzieren zu können. Jeder weitere Kriegsmonat belastet damit nicht nur den Staatshaushalt, sondern schwächt langfristig auch die militärische Einsatzbereitschaft der USA. Und das in einer Zeit, in der Washington weiterhin Russland und vor allem China abschrecken will. 2. Der Widerstand im Kongress wächst – auch in Trumps Partei Zwar stand die Republikanische Partei nach den ersten Angriffen noch weitgehend geschlossen hinter dem Präsidenten. Diese Einigkeit begann aber bereits nach einigen Wochen zu bröckeln, als klar wurde, wie sehr die Folgen auch die amerikanischen Wählerinnen und Wähler treffen. Bei einer öffentlichen Anhörung in dieser Woche im Senat fuhr der republikanische Senator John Kennedy Verteidigungsminister Pete Hegseth (ebenfalls Republikaner) ungewöhnlich scharf an und verlangte mehrfach endlich "klare Antworten" zur Strategie der Regierung. Noch bemerkenswerter war jedoch der Auftritt von Mike Johnson. Der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses und qua Amt der drittmächtigste Mann hinter dem Präsidenten und seinem Vizepräsidenten stellte sich zwar nicht offen gegen Trump, mahnte aber öffentlich: "Now we've got to wrap it up". Mit anderen Worten: Der Krieg müsse nun beendet werden. Das sind ganz andere Töne als Trumps Ankündigung, den militärischen Druck auf den Iran auf unbestimmte Zeit fortzusetzen. Je länger der Konflikt dauert, desto schwieriger dürfte es für republikanische Abgeordnete werden, einen immer teureren Krieg ohne klares Enddatum ihren Wählern gegenüber zu rechtfertigen. Am 3. November finden die Zwischenwahlen statt, bei denen alle Kongressabgeordneten und ein Drittel der Senatoren neugewählt werden. 3. Die Energiepreise explodieren Trump war mit dem Versprechen angetreten, die Energiekosten deutlich zu senken. Innerhalb von 18 Monaten wollte er etwa die Strompreise halbieren. Diese Frist ist nun abgelaufen. Das Ergebnis: Die Preise sind um 18 Prozent gestiegen. Maßgeblicher Grund dafür sind die Auswirkungen des Iran-Krieges – und es ist kein Ende in Sicht. Im Gegenteil: Der Iran bedroht weiterhin den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, während die von Teheran unterstützten Huthi-Milizen jetzt auch noch zusätzlichen Druck auf die alternative Route durch das Rote Meer ausüben. Der Ölpreis ist inzwischen wieder in Richtung 90 Dollar je Barrel gestiegen. In den USA kostet eine Gallone Benzin inzwischen im Durchschnitt wieder mehr als vier Dollar. Für jeden US-Präsidenten sind steigende Spritpreise politisch hochgefährlich. Für Trump wiegen sie besonders schwer, eben weil sie sein zentrales Versprechen berühren, das Leben der Amerikaner günstiger zu machen. Mit jedem weiteren Preisanstieg bei den Energiekosten – der oft einhergeht mit steigenden Preisen für Nahrungsmittel und Dienstleistungen – wird die innenpolitische Lage für Trump riskanter. Undurchsichtiges Projekt: Verkauft Trump jetzt auch noch Benzin? 4. Irans Atomprogramm gerät außer Reichweite Bis heute begründet die Trump-Regierung ihren Krieg mit dem Ziel, den Iran dauerhaft am Bau einer Atombombe zu hindern. Doch genau dieses Ziel könnte sich schwieriger erreichen lassen als ursprünglich angenommen. Nach Einschätzung des israelischen Geheimdienstes hat Teheran Tausende Uran-Zentrifugen tief in die unterirdische Anlage am Pickaxe Mountain verlegt. Die amerikanischen Geheimdienste haben diese Einschätzung geprüft, weshalb Trump wohl die Bombardierung dieses Gebiets auch angeordnet hat. Experten weisen allerdings darauf hin, dass die Anlage Hunderte Meter tief im Fels liegt und selbst für die stärksten bunkerbrechenden Bomben eine enorme Herausforderung darstellt. Darum steht Trump bei seinem propagierten zentralen Anliegen in einem strategischen Dilemma. Luftangriffe allein könnten möglicherweise nicht ausreichen, um die verbliebene Nuklearinfrastruktur des Iran dauerhaft auszuschalten. Sollte das Material tatsächlich tief verborgen oder bereits an weitere Orte verteilt worden sein, könnten Bodentruppen notwendig werden, um die Kontrolle zu erlangen. Für eine solche Aktion aber gibt es wiederum keinen gesellschaftlichen und politischen Rückhalt. Mit Bodentruppen würde Donald Trump ein weiteres entscheidendes MAGA-Wahlversprechen brechen: keine verlustreichen, endlosen Kriege. 5. Eigene Verluste lassen sich immer schwerer verbergen Die Trump-Regierung bemüht sich erwartungsgemäß, vor allem die iranischen Schäden in den Mittelpunkt ihrer Berichte zu stellen. Weniger sichtbar waren die Verluste auf der amerikanischen Seite. Inzwischen musste das Pentagon einräumen, dass bei iranischen Angriffen nahezu 100 US-Soldaten verletzt wurden. Gleichzeitig wurde bekannt, dass mehrere frühere Angriffe sowie Dutzende Verletzte zunächst gar nicht öffentlich gemacht worden waren. Schon seit Wochen kursierten Gerüchte, wonach die Zahlen der eigenen Verwundeten geschönt oder verschwiegen wurden. Die Anzahl der getöteten amerikanischen Soldaten ist inzwischen auf 17 gestiegen. Politisch ist gerade das gefährlich. Solange die Amerikaner den Eindruck haben, es handle sich um einen begrenzten und erfolgreichen Militäreinsatz, sind sie persönlich weniger betroffen. Aber mit jedem weiteren ankommenden Sarg, den dazugehörigen Bildern und jeder neu bekannt gewordenen Verletzung wächst das Risiko.



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