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Russlands Zentralbank senkt Leitzins überraschend auf 15,5 Prozent

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Die Bank von Russland hat bei ihrer ersten Sitzung des Jahres 2026 den Leitzins um weitere 0,5 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent gesenkt. Zuvor lag der Satz bei 16 Prozent. Damit setzt die Notenbank ihren geldpolitischen Lockerungszyklus fort, der im Juni 2025 begonnen hatte.

Die Entscheidung kam für einen Großteil der Marktteilnehmer überraschend. Eine Mehrheit der von RBK befragten Analysten hatte mit einer Pause gerechnet und eine Beibehaltung des Niveaus von 16 Prozent erwartet. Nur eine Minderheit prognostizierte eine weitere Senkung.

Sechste Senkung in Folge

Es handelt sich um die sechste Zinssenkung in Folge. Seit dem Höchststand von 21 Prozent ist der Leitzins damit um insgesamt 5,5 Prozentpunkte gefallen.

Der Lockerungszyklus begann am 6. Juni 2025 mit einer ersten Reduktion um 100 Basispunkte auf 20 Prozent. Es folgten weitere Schritte im Juli, September, Oktober und Dezember.

Die Notenbank begründet ihren Kurs mit einer nachlassenden Inflationsdynamik und einer spürbaren Abkühlung monetärer Indikatoren.

Anfang Januar 2026 hatte sich der Preisauftrieb infolge der Mehrwertsteuererhöhung von 20 auf 22 Prozent noch beschleunigt. Doch gegen Monatsende setzte eine Abschwächung ein. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums lag die Jahresinflation Anfang Februar bei 6,37 Prozent, nachdem sie eine Woche zuvor noch 6,45 Prozent betragen hatte.

Unternehmensumfragen der Zentralbank zeigen zudem, dass die Preiserwartungen der Unternehmen im Februar deutlich zurückgegangen sind. Hatten sie im Januar noch den höchsten Stand seit April 2022 erreicht, fielen sie zuletzt spürbar. Die Inflationserwartungen der Bevölkerung blieben hingegen stabil bei 13,7 Prozent.

Das Wachstum der Geldmenge hat sich weiter abgeschwächt. Zum Jahresbeginn legte die Rubel-Geldmenge im Jahresvergleich um 10,6 Prozent zu, nachdem sie im Dezember noch 12,3 Prozent betragen hatte. Der stabile Rubel wirkte zudem dämpfend auf importierte Preisimpulse und unterstützte damit die Disinflation.

Mit der erneuten Senkung signalisiert die Zentralbank, dass sie trotz anhaltender Inflationsrisiken Spielraum für weitere Lockerungen sieht.

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